Die Besonderheiten semantischer Technologien lassen sich am Beispiel von Suchmaschinen im Internet illustrieren. Wer in eine herkömmliche Suchmaschine den Begriff "Apache" eingibt, erhält unter anderem Informationen über einen Indianerstamm, einen County im US-Bundestaat Arizona, eine Open-Source-Software, einen Hip-Hop-Musiker und einen Kampfhubschraubertyp. Die Suchmaschine unterscheidet nicht die unterschiedlichen Bedeutungen (semantischen Ebenen) des Begriffes Apache. Sie sucht lediglich das Internet nach einer bestimmten Buchstabenfolge ab - und sammelt die Ergebnisse respektive Webseiten. Die semantische Technologie des Web 3.0 geht einen entscheidenden Schritt weiter: Sie verknüpft nicht die reinen Daten, sondern deren Bedeutungsebenen miteinander. So erkennt der Computer im Idealfall, dass sich ein User für den Indianerstamm - und nicht für den gleichnamigen Hubschraubertyp interessiert, wenn er das Wort "Apache" eingibt.
Damit das funktionieren kann, müssen Programmierer vorab die Webseiten, die sich mit dem Indianerstamm der Apachen beschäftigen, mit einer semantischen [wiki:Annotation ] versehen. Diese "Markierung" sorgt dafür, dass eine Suchmaschine den Inhalt der Seite erkennt. Aufgabe der Programmierer ist es zudem, die Inhalte des WWW für den Computer zu "übersetzen". Dies geschieht, indem sie [wiki:Ontologien ] erstellen, also Darstellungen der Bedeutungszusammenhänge. Eine solche Ontologie stellt Konzepte ("Indianerstamm") und die Bezüge zwischen Konzepten dar ("Apache ist ein Indianerstamm").
Unternehmen bieten semantische Technologien interessante Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Ein Beispiel ist das an der Universität Graz entwickelte System APOSDLE (www.aposdle.tugraz.at), das bei der deutschen Industrie- und Handelskammer, einem Beraternetzwerk in Slowenien und Österreich sowie einem Großunternehmen aus Frankreich im Einsatz ist. Das System ordnet jeden Mitarbeiter automatisch einem bestimmen Kompetenzprofil zu. Diese Zuordnungen basieren auf sogenannten "knowledge indicating events", also Ereignissen, die Hinweise auf die Kompetenzen der Beschäftigten geben, wie zum Beispiel Anfragen von Kollegen zu bestimmten Fachthemen. Je nach Kompetenzprofil stellt APOSDLE den Mitarbeitern spezifisches Wissen bereit, das sie für ihre Arbeit nutzen können.
Literaturtipps
