Die zuständige Standardisierungsbehörde [wiki:ITU]-T [url:http://www.itu.int/ITU-T/|[1]] definiert vier große Gerätegruppen:
Der Videokonferenzmarkt bietet heute eine Reihe von Anlagen- beziehungsweise Umsetzungsvarianten, deren Ausstattung im Wesentlichen vom Einsatzzweck abhängt.
Desktop-Systeme
Bei Desktopsystemen handelt es sich um Videokommunikationslösungen, die in einen [wiki:Personal-Computer] integriert sind. Es wird dafür neben einer externen Kamera (heute meist [wiki:USB]-[wiki:Webcam]) auch ein Mikrofon beziehungsweise Headset benötigt. Man unterscheidet hardware-basierte (Codierung und Decodierung auf einer [wiki:Steckkarte]) und rein software-basierte Desktop-Systeme. Neben den relativ geringen Kosten bieten Desktopsysteme den Vorteil, dass der [wiki:Anwender] während der Videokonferenz vollen Zugriff auf seine [wiki:Daten] und die auf dem PC installierten [wiki:Computerprogramm] hat. Desktopsysteme eignen sich daher insbesondere dort, wo im Rahmen von Konferenzen auch eine gemeinsame Datenbearbeitung erfolgen soll, etwa mit Hilfe der Software NetMeeting.
Settop-Boxen / Rollabouts
Diese Kompaktsysteme stellen voll integrierte Videokommunikationslösungen dar, zu deren Betrieb in der Regel lediglich noch ein Monitor und die entsprechenden Netzanschlüsse ([wiki:Integrated Services Digital Network] und/oder [wiki:LAN]) benötigt werden. Aufgrund des geringen Gewichtes und der einfachen [wiki:Installation] eignen sich diese Geräte auch für den mobilen Einsatz.
Raumsysteme
Raumsysteme sind [wiki:Modular] aufgebaute, leistungsstarke Videokommunikationslösungen. Durch variable Ausstattungsmerkmale sind flexible Systemkonfigurationen für fast jede Anwendung möglich. Leistungsstarke Kameras, Raummikrofone und große Monitore erlauben auch in großen Konferenzräumen die Integration dieser Systeme, die auch die Einbindung diverser Peripherieeinrichtungen wie zum Beispiel Dokumentenkameras ermöglichen.
Sonstige Geräte
Hierzu gehört etwa die in der Entwicklung befindliche Mobilfunk-Videokonferenz per [wiki:UMTS] oder die Bildtelefonie.
MCUs sind Sternverteiler für Gruppenkonferenzen. Sie sind immer dann notwendig, wenn mehr als zwei Teilnehmer an einer Konferenz teilnehmen wollen. Es handelt sich um Hard- und/oder Softwarelösungen, die eine oder mehrere Mehrpunktkonferenzen verwalten und steuern. Die MCU ist mit allen Teilnehmern verbunden. Sie verwaltet und regelt die ein- und ausgehenden Video- und datenströme. In Deutschland werden MCUs zum Beispiel innerhalb des [wiki:Deutsches Forschungsnetz]-Vereins [url:http://www.dfn.de/|[2]] zum Betrieb seines Dienstes VideoConference eingesetzt.
Der Gatekeeper ist eine zentrale logische Komponente der Videokonferenz, die unter anderem den Verbindungsaufbau zwischen den Endgeräten und der MCU organisieren kann. Alle Geräte, welche einem Gatekeeper zugeordnet sind, befinden sich in der gleichen Zone (ähnlich den Vorwahlnummern beim Telefon).
Ein [wiki:Gateway] verbindet unterschiedliche Netze miteinander und ist über die [wiki:OSI-Modell] 4-7 implementiert. Dabei konvertieren Gateways Protokolle ineinander, können aber auch die Kopplung von zwei Netzwerken übernehmen. Bei gemeinsamer Nutzung von ISDN- und TCP/IP-Endgeräten ist der Einsatz eines Gateways zwingend notwendig.
Einen wichtigen Teil der technischen Basis bilden die Protokolle H.320, H.323 und T.120. Diese Protokolle sind so genannte Regenschirmnormen, welche noch andere [wiki:Protokoll] zu einzelnen Aspekten beinhalten.
Das wichtigste Protokoll für den Betrieb im Internet ist das Protokoll H.323. Die Norm regelt die Zusammenarbeit für Videotelefonie-Endgeräte, die über ein [wiki:LAN]/[wiki:WAN] verbunden sind. Innerhalb des Rahmens von H.323 wird im Protokoll H.225 die Steuerung der Verbindung und die Umsetzung von IP-Adressen geregelt, mittels H.245 einigen sich die Geräte darauf, welche Dienste sie unterstützen. Das betrifft vor allem die Video[wiki:Komprimierung] nach H.261 oder H.263 und die Audiokodierung von G.711 bis G.729.
Das Protokoll H.320 regelt den Betrieb von schmalbandigen Videotelefonieendgeräten (ISDN) und enthält, wie H.323, weitere Rahmenspezifikationen.
Mit Hilfe des Protokolls T.120 werden Datenanwendungen innerhalb einer Videokonferenz realisiert. Es umfasst neun Richtlinien, welche den Verbindungsauf- und -abbau, die [wiki:Flusskontrolle], die Zusammenarbeit mit MCUs, die Verwendung von [wiki:Whiteboard], den [wiki:Dateitransfer] und das [wiki:Application Sharing] detailliert festlegen.
Das Session Initiation Protocol (SIP) wurde für die Übertragung von [wiki:Multimedia]-Anwendungen entwickelt. SIP basiert auf [wiki:SMTP] und [wiki:HTTP] und ist nicht mit H.323 oder H.320 kompatibel. Eine konzeptionelle Grundlage ist das [wiki:Client]-[wiki:Server]-Modell. Der Teilnehmer benötigt einen Client und alle Datenströme werden über einen zentralen Server verteilt.
Die Entwicklung der Videokonferenz begann bereits in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, parallel zur Entwicklung des [wiki:Fernsehen]; sie war jedoch am Markt bis zum Beginn der neunziger Jahre wenig erfolgreich. Dann führten verbesserte [wiki:Kompression] der nunmehr [wiki:Digital] Daten, die Standardisierung der bis dato [wiki:Proprietär] Verfahren, der Einzug des PC sowie die Verfügbarkeit von ISDN zu ersten Erfolgen. Mit der zunehmenden Umstellung auf IP-basierte Übertragungen profitiert die Videokonferenz heute immer stärker von der Verfügbarkeit [wiki:Breitband] Verbindungen - Experten sagen daher einer wachsende Verbreitung dieser Kommunikationstechnologie voraus.
