Das US-amerikanische öffentliche Rentensystem - bekannt als Social Security - ist das bedeutendste System sozialer Absicherung in den USA. Abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen ist jeder Arbeitnehmer sowie selbständig tätige Personen beitragspflichtig. Social Security leistet die folgen Zahlungen:
Social Security kann daher als [wiki:Sozialversicherung] klassifiziert werden. Arbeitslosigkeits-, Krankheits- und Unfallversicherung sind nicht Bestandteil von Social Security, vielmehr werden diese von anderen Programmen mehr oder weniger umfangreich abgedeckt. Für Personen ab dem 65. Lebensjahr existiert eine umfangreiche Krankenversicherung, [wiki:Medicare].
Social Security wurde als Teil des [wiki:New Deal] von Präsident [wiki:Franklin D. Roosevelt] im Jahre 1936 als öffentliches Rentensystem eingeführt, das im wesentlichen nach dem [wiki:Umlageverfahren] finanziert wird, d. h. die Beiträge der gegenwärtig Beschäftigten finanzieren die Ausgaben für die Beitragsempfänger, ohne das bemerkenswerte finanzielle Reserven aufgebaut werden.Zu Beginn war die Beitragspflicht begrenzt auf Berufe im verarbeitenden Gewerbe. Nach dem 2. Weltkrieg expandierte Social Security jedoch sehr schnell und zum Ende der sechziger Jahre war die Beitragspflicht beinahe universal. In der Anfangszeit wurde die Höhe der Rentenzahlungen vom Kongress bestimmt. Seit der Mitte der Siebziger Jahr erfolgen die Anpassungen automatisch, um den steigenden Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen.Im Jahre 1983 kam das öffentliche Rentensystem der USA an den Rande der Zahlungsunfähigkeit. Im Zuge einer Reform wurden die Beitragssätze soweit erhöht, dass das System derzeit enorme Überschüsse erzielt. Diese Überschüsse werden in den sogenannten "trust funds" angesammelt und sollen die finanzielle Überlebensfähigkeit des Rentensystems auf längere Sicht absichern.
Gegenwärtig zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 12,4 Prozent des Bruttolohns des Arbeitnehmers in die Rentenkasse. Selbständige zahlen die vollen 12,4 Prozent allein. Auf Lohneinkommen, das die Bemessungsgrenze übersteigt, müssen keine Beiträge entrichtet werden. Im Jahr 2005 liegt die Bemessungsgrenze bei einem Jahreslohn von $90000. Der gegenwärtige Beitragssatz ist seit dem Ende der Achtziger Jahre stabil. Leistungen können mit Abschlag ab dem 62. Lebensjahr bezogen werden. Das Alter, ab dem volle Beiträge bezogen werden können, hängt vom [url:http://www.ssa.gov/pubs/retirechart.htm|Geburtsjahr] ab.
Ob eine dauerhafte finanzielle Stabilität des Systems mit den gegenwärtigen Beitragssätzen erzielt werden kann, ist umstritten. Die Social Security Administration geht in ihren Projektionen davon aus, dass die trust funds um das Jahr 2042 aufgebraucht sein werden. Andere Quellen gehen davon aus, das dies etwas später passiert (Congressional Budget Office). Der Hauptgrund für die potenzielle finanzielle Schieflage des Systems ist der projizierte Anstieg in der Lebenserwartung der Amerikaner.
Präsident George W. Bush hat sich die Reform von Social Security zum Ziel gesetzt und verwendet die Projektionen der Social Security Administration. Seine Reformvorschläge sehen nicht die Abschaffung des Umlageverfahrens vor, sondern die Bildung zusätzlicher privater Rentenkonten auf freiwilliger Basis. Arbeitnehmer, die sich entscheiden private Rentenkonten zu bilden, zahlen nicht die vollen 12,4 Prozent der Beiträge an Social Security, sondern einen noch zu bestimmenden geringeren Beitrag. Der Differenzbetrag zu den vollen 12,4 Prozent wird in das private Rentenkonto umgeleitet. Arbeitnehmer, die private Rentenkonten für sich bilden, würden weniger Rente von Social Security bekommen (wegen der niedrigere Beitragszahlungen), dafür aber ein privates Rentenkonto bilden. Wenn der Ertrag des privaten Kontos größer ist als der "Ertrag" den Social Security für die gleiche Beitragssumme erbringen könnte, hätte sich die Teilnahme an dem reformierten System gelohnt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint eine Reform von Social Security unter George W. Bush eher unwahrscheinlich, da seine Pläne heftigen Widerstand von den Demokraten erfahren und zugleich auch in der eigenen Partei nicht unumstritten sind. Die Vorschläge gehen unter anderem auf den Harvard-Wirtschaftsprofessor [wiki:Martin S. Feldstein] zurück.
[wiki:Nl:Social Security Act]
