In demokratischen Gesellschaften ist es das Ziel der politischen Bildung, systematisch die Kenntnisse über das demokratische System zu vermitteln um den Bürger zu [wiki:Autonom] und mündigen Staatsbürgern zu erziehen. Kurz gefasst: Demokratie lernen.
Ziel der politischen Bildung sollte es sein [wiki:Werte] Themen zu behandeln und zu vermitteln, aber dies entspricht nicht der Realität.
Für [wiki:Konservatismus] Politiker bzw. Pädagogen ist das oberste Ziel die Aufrechterhaltung von Ordnung und [wiki:Hierarchie] durch die Staatsautorität. Es soll Verständnis für politische Zusammenhänge aufgezeigt werden – Institutionenkunde, Rechtsprinzipien – und die Staatsbürger sollen einen Gemeinsinn für ihre Umgebung (Gemeinde, Kreis, Land, BRD) entwickeln.
Für [wiki:Liberalismus]-konservative Politiker bzw. Pädagogen ist das oberste Ziel die Wahrung der rechtsstaatlichen Verantwortlichkeiten. Wissen über die Gesellschaftsordnung und Wertebewusstsein sowie das Einüben von soziale [wiki:Tugend] sind ihnen wichtig.
Für [wiki:Sozialliberale Koalition] Politiker bzw. Pädagogen ist das oberste Ziel, die vielfältige Konkurrenz um Stabilität und Effizienz zu erreichen. Politische Bildung soll Urteilsvermögen schärfen und eine kritische Loyalität zu allen gesellschaftlichen Akteuren und Institutionen schaffen sowie die Interessenwahrnehmung fördern.
Für demokratisch-[wiki:Sozialismus] Politiker bzw. Pädagogen ist das oberste Ziel der Abbau von Herrschaft in allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Prioritäten liegen auf Herrschafts- und Ideologiekritik. Die [wiki:Bürger] sollen sich bewusst sein, dass sie kollektiv handeln müssen, um sich zu emanzipieren.
Für [wiki:Marxismus] Politiker bzw. Pädagogen ist oder war das Ziel die revolutionäre Aufhebung der politisch-ökonomischen Grundstruktur des kapitalistischen Systems. Die Bürger sollen ein Klassenbewusstsein entwickeln. Für die Aufhebung der Ordnung ist es wichtig, solidarische Handlungsformen zu fördern.
Im so genannten „[wiki:Beutelsbacher Konsens]“ legte man in den 70er Jahren fest, was politische Bildung darf bzw. beachten muss. Die drei Grundsätze besagen zum einen, dass SchülerInnen nicht überwältigt werden dürfen. D.H., dass LehrerInnen nicht ihre Meinung den SchülerInnen aufnötigen dürfen. Zweitens muss etwas kontrovers während des Unterrichtes diskutiert werden, wenn es auch in der Öffentlichkeit kontrovers erscheint. Drittens muss politische Bildung die SchülerInnen in die Lage versetzten, die politische Situation und ihre eigene Position zu analysieren und daraus Konsequenzen zu ziehen.
Hier wird nicht auf undemokratische Epochen eingegangen wie z.B.: die [wiki:Staatsbürgerliche Erziehung] des [wiki:Kaiserreich] und der [wiki:Weimarer Republik], die [wiki:Erziehung im Nationalsozialismus] oder die [wiki:Staatsbürgerkunde] der [wiki:DDR].
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war die politische Bildung darauf ausgerichtet, die Deutschen zu entnazifizieren ([wiki:Entnazifizierung], re-education-Umerziehung). Es ging darum, die Deutschen überhaupt zu demokratisieren. Der [wiki:Alliierter Kontrollrat] beschloss in seiner „Direktive 54“ vom 25.4.1947, dass die Schulen „die Entwicklung eines bürgerlichen Verantwortungsgefühls“ und „die Auffassung einer demokratischen Lebensweise“ fördern sollen.
Die Bundesländer erhielten die ausschließliche Zuständigkeit für die politische Bildung, taten sich aber schwer damit. Demokratie war fast ein Fremdwort. Anstöße kamen hier aus der Pädagogik.
Kennzeichen dieser Epoche war der Übergang von eher erziehungsphilosophischen Theorien zu didaktischen Konzeptionen der politischen Bildung. Anlass war eine kritische Wahrnehmung der Zustände in der BRD. Themen waren Sozialerziehung, staatsbürgerliche Erziehung und Gewissensbildung.
In dieser Phase wurde die politische Bildung stark von den Sozialwissenschaften beeinflusst und es begann eine Systematisierung [wiki:Didaktik] und [wiki:Methodik] Ansätze.
Herausforderung für die politische Bildung war insbesondere auch der wirtschaftliche und politische Zusammenbruch im Nordosten Deutschlands. In den damals neuen Bundesländern traten vor allem unter männlichen Jugendliche gewaltige Probleme auf.
Auch auf den rasanten Wandel bei den neuen Technologie (PC, Internet, Handy) und der [wiki:Globalisierung] muss die politische Bildung reagieren.
[wiki:Bildung],[wiki:Unterricht],[wiki:Demokratische Erziehung],[wiki:Antirassistische Erziehung], [wiki:Interkulturelle Erziehung],[wiki:Empowerment]
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