Der Begriff Führung wird in verschiedenen Kontexten verwandt.
Führung ist der Versuch, steuernd und richtungsweisend auf das [wiki:Verhalten] von sich selbst und von andern Menschen einzuwirken, um eine [wiki:Ziel] zu verwirklichen.
Objekte der Führung sind einzelne [wiki:Personen] (häufigste Assoziation mit Führung), Personen[wiki:Gruppe] (z. B. Freundeskreise, Arbeitsgruppen, Abteilungen).
Führung vollzieht sich vor dem Hintergrund verschiedener gesellschaftlicher Kontexte wie [wiki:Familie], [wiki:Politik], [wiki:Wirtschaft] und Militär.
Führung bedeutet auch Leitung oder Befehlsgewalt.
Exzellent führen heißt, Bedingungen zu gestalten, unter denen alle Geführten koordiniert, freiwillig und dauerhaft zu ihrer besten Leistung im Sinne der vom Führer vorgegebenen Ziele kommen. (Rolf Mohr)
Der [wiki:Anthropologie] Begründungsversuch behauptet, dass
Diese Begründung blendet Menschen aus, die nicht geführt werden wollen und sich dementsprechend artikulieren.
Der zweite Begründungsversuch zur Erklärung der Entstehung des Führungsphänomens ist funktionaler Art. Angenommen wird zunächst, dass viele Problemlösungen ein gemeinschaftliches Agieren erfordern. Im Rahmen einer solchen Interaktion entsteht nun jedoch ein Koordinationsbedarf, der umso größer ist, je mehr Menschen an der gemeinsamen Problemlösung beteiligt sind. Neben der Möglichkeit einer [wiki:Kooperation], d.h. einer Handlungskoordination durch [wiki:Diskussion] und [wiki:Konsens], bietet sich zur Bewältigung des gegebenen Koordinationsbedarfs Führung als Handlungskoordination an. Der funktionale Begründungsversuch leitet also die Entstehung von Führung aus einem gegebenen Koordinationsbedarf von Menschen im Rahmen gemeinsamer Problemlösungsversuche ab.
Insbesondere bei der Führung in Organisationen, gilt es auf einen Unterschied hinzuweisen, der für ein genaueres Verständnis von Führung von zentraler Bedeutung ist: Führung ist nicht zu verwechseln mit einer [wiki:Leitung]. Zu unterscheiden ist zwischen einem Vorgesetzten (oder auch Leiter), dessen Rechte und Pflichten allein durch seine Position festgesetzt werden und einer Führungsperson. Letztere bedarf der [wiki:Anerkennung] durch die Geführten(auch [wiki:Akzeptanz] genannt). Führung liegt nur dann vor, wenn der unternommene Einflussversuch durch den Führer auf die zu Beeinflussenden im Sinne der bereits genannten Definition von diesen akzeptiert wird und sich in ihren intendierten Verhalten niederschlägt. Führung ist dabei nie der Beeinflussungsversuch selbst, sondern muss als akzeptierter Beeinflussungsversuch im Verhalten der zu Beeinflussenden zum Ausdruck kommen.
Das Kriterium der Anerkennung bzw. Akzeptanz ermöglicht erst die Unterscheidung zwischen einem Vorgesetzten (engl. [wiki:En:headship]) und einem Führer (engl. [wiki:En:leadership]). So kann eine beliebige Person zwar formal Vorgesetzter einer anderen Person sein, muss von letzterer aber nicht zwangsläufig als Führer akzeptiert werden. Die Akzeptanz kann sich aus einem entsprechenden [wiki:Charisma] ergeben oder hart erarbeitet werden.
Führung vollzieht sich in der Regel innerhalb einer dyadischen und Gruppen-Beziehung. Meist agieren dabei zwei Personen (Führer und Geführter) in einer bestimmten Führungssituation innerhalb eines größeren Führungskontextes. Effekt einer Führungsbeziehung sollte dabei ein wie auch immer ausfallender Führungserfolg im Zuge einer sozial akzeptierten Verhaltensbeeinflussung sein. Führung findet also generell nicht im luftleeren Raum statt, sondern vollzieht sich immer vor dem Hintergrund der gegebenen Bedingungen des Umfeldes, was als Führungssituation zu bezeichnen ist.
Organisatorische Führung findet im Kontext [wiki:Organisation], [wiki:Betriebswirtschaft], [wiki:Betriebspädagogik] und [wiki:Organisationspsychologie] statt. Führen ist hier die [wiki:Absicht] und [wiki:Ziel] [wiki:Beeinflussung] des [wiki:Verhalten] von [wiki:Mitarbeiter] zur Erreichung der [wiki:Ziel] eines [wiki:Unternehmen]. Führen ist [wiki:Methodik] [wiki:Denken], [wiki:Plan] und [wiki:Kontrolle] [wiki:Einflussnahme], auf Andere und deren künftige [wiki:Kompetenz], unter gleichzeitiger [wiki:Legitimation] der [wiki:Leitung] [wiki:Interesse].
Führung hat eine
Führung kann sich an der Aufgabe, an den geführten Personen oder einer Mischung aus beidem orientieren. Hierzu gibt es verschiedene [wiki:Führungsstile] und [wiki:Führungsmodelle].
Führung ist eine [wiki:Verantwortung] Aufgabe, Fehler können dem Unternehmen und den betroffenen Mitarbeitern Schaden zufügen. Allerdings ist der Nachweis schlechter Führung schwer.
Führung ohne das bewusste Einverständnis des Geführten ist [wiki:Manipulation]. Führung wird oft mit [wiki:Management] gleichgesetzt, obwohl Management mit der Erledigung von Aufgaben befasst ist, die auch ohne Führung erfolgen kann.
Führungsstil beschreibt, wie Führungskräfte mit ihren Untergebenen umgehen. Grob lässt sich dabei eine Aufgaben- oder Mitarbeiterorientierung unterscheiden. Zu den typischen Führungsstilen gehören:
Führung ist eines der meistbehandelten Themen in der betriebswirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Literatur. In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von Forschungsarbeiten von unterschiedlichen Fachrichtungen aus durchgeführt worden. Gleichzeitig wird bei der Durchsicht der Führungsliteratur die Schwierigkeit deutlich, Mitarbeiterführung inhaltlich zu fassen. Denn Führung ist ein multifaktorelles Geschehen, zu dessen Verständnis man bei verschiedenen Faktoren (Führer, Geführte, Aufgaben, Organisation, Umwelt, etc.) ansetzen kann. Um diese komplexen Zusammenhänge angemessen verarbeiten zu können, wurden in der Führungsforschung verschiedene Vereinfachungen angewendet.
Im Allgemeinen wird unter dem Begriff Führung ein intentionaler sozialer Beeinflussungsprozess verstanden, bei dem eine Person versucht, andere Personen zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben und Erreichung gemeinsamer Ziele zu veranlassen.
Der klassische [wiki:Eigenschaftsansatz], der Führung vor allem von den Eigenschaften der Führungskraft, die ja auch nur ein hypothetisches Konstrukt sind, abhängig macht, wird als zu vereinfachend angesehen und gilt als überholt. Ebenfalls als überholt angesehen werden die [wiki:Verhaltenstheorien]. Die ausschließliche Berücksichtigung des Verhaltens von Führungskräften liefert keine befriedigenden Antworten bei Organisationen mit komplexen Anforderungen. Um die Kritik an oben angeführten Führungstheorien zu begegnen, berücksichtigen die [wiki:Kontingenztheorien] zusätzlich die Situation und gehen davon aus, dass die Effektivität eines Führungsstils vom Vorhandensein bestimmter Situationsmerkmale abhängt. Aber auch diese Modelle berücksichtigen nur eine reduzierte Anzahl der tatsächlich in der Realität auftretenden Faktoren. Führungstheorien, die sich an Grundlagentheorien (vor allem attributionstheoretische, motivationstheoretische und lerntheoretische Ansätze) orientieren, versuchen das Führungshandeln aus einer sehr allgemeinen Perspektive zu analysieren. Durch deren höheren Abstraktionsgrad ist mit ihnen aber auch immer ein Defizit an anwendungsreifen Gestaltungsvorschlägen verbunden.
In den letzten Jahren wird verstärkt charismatische, transformationale bzw. visionäre Führung diskutiert und Führung dabei in erster Linie auf die Person des Führenden und ihre Eigenschaften und Fähigkeiten reduziert. Mitreißende visionäre Führungspersönlichkeiten sollen die Mitarbeiter begeistern und damit zu besserer Leistung anspornen. Die Hauptkritik an diesen Führungstheorien bezieht sich dabei vor allem auf die Befürchtung der Wiederbelebung des „Great Man“ als Führungsideologie. Damit verbunden ist die Gefahr, dass die Einflussmöglichkeiten der Führungskraft überschätzt werden. Weitere wichtige Kritikpunkte inkludieren unter anderem die trivialisierenden Erklärungen („einfache Rezepte“), die diese Theorien kennzeichnen, und die Unterschlagung des Faktors „Organisation“.
Andererseits wird aber auch vermehrt von der eindimensionalen Betrachtungsweise der Eigenschaften bzw. Verhalten der Führungskraft abgegangen und die Interaktion zwischen Führenden und Geführten betrachtet. Neuberger zeigt diese Entwicklung ganz gut in seiner Überblicksdarstellung über Ansätze, Ergebnisse und kritische Bewertungen der Führungsforschung, indem er den Titel von „Führung“ über „Führen und geführt werden“ nun in der 6. Auflage auf „Führen und Führen lassen“ modifiziert hat. Bei Führung zählt die erfolgreiche Ausführung durch die Geführten und mit den Geführten. Führen als Einmischen, Überwältigen oder Steuern kann überflüssig oder gar schlecht sein, wenn es Eigeninitiative und Selbstorganisation erstickt. „Führen!“ ist nur dann angezeigt, wenn es Sinn macht, ansonsten ist (das Führen) Lassen die bessere Alternative. Diese Verbindung von „Führen und Führen lassen“ bezeichnet eine spannungsgeladene Widersprüchlichkeit für die Führungskraft, die kontextabhängig beides können soll und zwar nicht im Sinne von „entweder oder“ sondern im Sinne von „sowohl als auch“. Zu dieser Gruppe von Führungstheorien gehören neben der systemischen Theorie auch noch symbolische und politische Theorien. In all diesen Theorien sind die Inhaber von Führungspositionen nicht hervorgehoben, sondern mit den Geführten zusammen in umfassende Kontexte eingeordnet. Beide führen und werden geführt durch fremdbestimmte und selbst geschaffene Bedingungen. Führende werden vom Mythos des alleinverantwortlichen Lenkers befreit.
[wiki:Systemische Führung] ist noch skeptischer gegenüber gezielten Führungsinterventionen, weil in komplexen Kontexten die Berücksichtigung des kompletten sozialen Settings und das Zulassen und Fördern von Selbstorganisation ebenfalls oder sogar mehr Erfolg verspricht. Die ganzheitliche Sicht des systemischen Ansatzes hilft dabei, nicht nur die Interaktionen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, sondern auch die Interaktionen zwischen Mitarbeiter, Kollegen und Kunden oder auch Lieferanten zu berücksichtigen, um ein besseres Verständnis der vielen Dimensionen von Führung zu ermöglichen. Die Führungskraft ist nur eine der vielen Kontextfaktoren, die auf die Geführten wirken.
Der Ansatz der systemischen Führung knüpft an den Erkenntnissen der neueren Systemtheorie, insbesondere von Luhmann (1984), an. Dabei werden vor allem die Prozesse der Selbstorganisation herausgestellt, die neben die durch „substantielles organisieren“ bewusst geschaffene Ordnung treten.
Das Recht einer letienden Person in einem Unternehmen (Geschäftsführer oder leitende MitarbeiterIn) zu "personellen Maßnahmen", insbesondere auch zur Arbeitseinteilung, zur Personaleinstellung und -entlassung. Diese Leitungsaufgaben, die nicht auf allen Führungsebenen angesiedelt werden (z. B. nur in der [wiki:Personalabteilung]), ist im [wiki:Arbeitsrecht] Merkmal für "echte" leitende Angestellte im Unterschied zu Personen, die in ihrer Funktionsbezeichnung das Wort Leiter o. ä. tragen, diese Kompetenzen aber nicht übertragen bekommen haben. Das Wort Personalkompetenz sollte also nicht mit den persönlichen [wiki:Kompetenz] einer Person (Psychologie, Berufsausbildung) verwechselt werden.
[wiki:Vorlage:Wiktionary]
