Mutterschutz

Mutterschutz werden die von der [wiki:Internationale Arbeitsorganisation] festgelegten Normen zum Schutz von Wöchnerinnen vor und nach der Geburt eines Kindes genannt.

Dazu gehören Minimalanforderungen in Bezug auf Arbeitsverbot für Wöchnerinnen sowie [wiki:Kündigungsschutz] für Schwangere und Wöchnerinnen und eine [wiki:Mutterschaftsversicherung], d.h. eine Lohnfortzahlung während des Arbeitsverbotes und darüber hinaus. IOA-Mitglieder, die diese Norm ratifiziert haben, steht es frei, den Mutterschutz auf ihre Weise zu gestalten, solange sie sich an die minimalen Anforderungen halten.


Deutschland

In Deutschland ist der Mutterschutz ein im [wiki:Mutterschutzgesetz] und in der Mutterschutzrichtlinienverordnung festgelegtes Regelwerk, das die Bedingungen für den Einsatz von schwangeren Frauen in einem Arbeitsverhältnis definiert.

Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bis auf wenige Ausnahmen unzulässig. Eine solche Ausnahme kann z.B. vorliegen bei [wiki:Insolvenz] (früher: Konkurs), bei der teilweisen Stilllegung des Betriebes (ohne die Möglichkeit der Umsetzung der Schwangeren auf einen anderen Arbeitsplatz) oder in Kleinbetrieben, wenn der Betrieb ohne qualifizierte Ersatzkraft nicht fortgeführt werden kann. Auch eine besonders schwere Pflichtverletzung durch die Frau kann im Einzelfall ausnahmsweise zu einer Kündigung berechtigen. Der Arbeitgeber muss in diesen besonderen Fällen aber zuerst bei der zuständigen Behörde beantragen, dass die Kündigung für zulässig erklärt wird. Erst nach der Zustimmung der Behörde kann er rechtswirksam kündigen. Eine früher erklärte Kündigung ist unwirksam. Nimmt die Mutter nach der Geburt des Kindes Elternzeit, so verlängert sich der Kündigungsschutz über die Frist des Mutterschutzgesetzes hinaus bis zum Ablauf der Elternzeit.


Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor der Geburt bzw. vor dem errechneten Geburtstermin. Werdende Mütter dürfen in den letzten 6 Wochen vor der Entbindung nicht arbeiten, es sei denn, dass sie sich ausdrücklich dazu bereit erklären. Nach der Niederkunft dürfen die Wöchnerinnen bis zum Ablauf von 8 Wochen nicht beschäftigt werden, bei Früh- und Mehrlingsschwangerschaften wird diese Zeit auf 12 Wochen ausgedehnt.

Des weiteren wird in dem Gesetz das Verbot von Mehrarbeit (d.h. mehr als 8,5h / Tag), Nacht- und Sonntagsarbeit festgelegt (§ 8 MuSchG).


Schweiz

Im [wiki:Arbeitsgesetz] wird festgehalten, dass Wöchnerinnen während 9 Wochen nach der Niederkunft nicht arbeiten dürfen; das [wiki:Obligationenrecht] (OR) sieht seit 1989 einen Kündigungsschutz während der Schwangerschaft sowie 16 Wochen nach der Niederkunft vor. Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Teil-Lohnfortzahlung ([wiki:Mutterschaftsversicherung]) während 16 Wochen gibt es ab 1. Juli 2005.


Österreich

In Österreich ist als Rechtsgrundlage das Mutterschutzgesetz (MSchG) maßgeblich.

Die Schwangere ist verpflichtet, den Dienstgeber über die Schwangerschaft zu informieren. (§10 MSchG)

Werdende Mütter unterliegen einem besonderen Kündigungsschutz:

Bei Entlassungen ist der außerordentliche Gemütszustand zu berücksichtigen (§12 (3) MSchG)

Beschäftigungsverbot

Entgelt während der Schutzfrist

Die Dienstnehmerin bekommt vom Sozialversicherungsträger Wochengeld. Dieses entspricht dem durchschnittlichem Nettoverdienst der letzten 3 Monate.


Problem: Umgehen des Mutterschutzes

Durch Abhängigkeitsverhältnisse außerhalb des [wiki:Arbeitsrecht] wird zuweilen das Grundrecht auf Mutterschutz umgangen. Dies betrifft insbesondere die [wiki:Schwarzarbeit], aber auch Formen der neuen Selbständigkeit, [wiki:Scheinselbstständigkeit] sowie die Abgeltung der Forschungsleistung von Nachwuchswissenschaftlern durch [wiki:Stipendium].

Siehe auch

Weblinks




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