Mitarbeiterzeitung

Eine Mitarbeiterzeitung richtet sich an alle Mitarbeiter in einem Unternehmen, einer Organsisation oder einer Verwaltung. Sie wird als Instrument der Informationsvermittlung genutzt. Neuigkeiten aus dem Unternehmen wie die Einstellung neuer Mitarbeiter, Weiterbildungsangebote, Verabschiedungen und Jubiläen, Veränderung der Unternehmensstrategie, die Entwicklung und Einführung neuer Produkte und neuer Dienstleistungen sollen so, möglichst rasch und ohne die Gerüchteküche abzuwarten, kommuniziert werden. Mitarbeiterzeitungen wollen vor allem eine gemeinsame [wiki:Unternehmenskultur] pflegen und zur Motivation beitragen. Auf jeden Fall spiegeln sie das Selbstverständnis des Unternehmens wieder und dokumentieren den Umgang mit den Mitarbeitern eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Verwaltung. Gerade in großen und international operierenden Unternehmen mit verschiedenen Standorten hat sich die Mitarbeiterzeitung als ein wirkungsvolles Instrument der [wiki:Interne Kommunikation] bewährt.

Es existieren vielfältige Formen und Varianten von Mitarbeiterzeitungen. Die Bandbreite reicht vom klassischen Berliner Zeitungsformat bis zum Journal und Magazin-Format. Sie werden ab einer [wiki:Belegschaft] von etwa 500 Mitarbeitern in der Regel von der Geschäftsführung angeregt und herausgegeben. Sie erscheinen je nach Größe des Unternehmens meistens quartalsmäßig, häufig auch monatlich, mit Umfängen von 16 bis 54 Seiten.

Besonders in Zeiten der Krise und in Zeiten des Wandels wird es in Unternehmen deutlich: Innerbetriebliche Kommunikation ist ein wichtiger Schlüssel für die Bewältigung der Veränderungen. Damit wird oftmals auch die Mitarbeiterzeitung zu einem wichtigen Thema für die Unternehmenskommunikation, für die Presseabteilung und/oder das externe PR- und Redaktions-Büro. [wiki:Corporate Identity], [wiki:Corporate Behaviour] und nicht zuletzt die Motivation der Mitarbeiter werden als Teil der [wiki:Unternehmensstrategie] begriffen.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass leitende Angestellte zu einem hohen Prozentsatz (nämlich zwischen 50 und 80 Prozent) mit dem Thema interner Kommunikation befasst sind. Der Erfolg eines Unternehmens hängt stark davon ab, wie offen und reibungslos die innerbetrieblichen Kommunikationsprozesse ablaufen. Ulrike Buchholz, Professorin im Studiengang Public Relations der Fachhochschule Hannover schreibt: „Mehr und Mehr wird deutlich, dass die eigenen Mitarbeiter ausschlaggebender Faktor bei der Bewältigung von Veränderungen sind.“ In solchen Zeiten fällt der internen Kommunikation eine herausragende Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere natürlich für Unternehmen, die im globalen Wettbewerb einem starken Innovatisonsdruck ausgesetzt oder in Strukturveränderungen von Produktionsweisen eingebunden sind.

Je größer das Unternehmen, desto schneller potenziert sich ein bisschen Sand im Getriebe zu einem echten Störungsfaktor mit nachhaltig negativer Wirkung. Gerüchte über betriebliche und personelle Veränderungen, über Verkäufe, Schließungen, Akquisitionen und Fusionen lähmen mitunter ganze Abteilungen, ja wecken offene und versteckte Widerstände in ganzen Unternehmen. Dabei sind die Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens. Das gilt umso mehr in reinen Dienstleistungsunternehmen.

Doch allzu häufig wird die innerbetriebliche Kommunikation vernachlässigt. Alarmsignale, die man als Unternehmer auf keinen Fall übersehen sollte: schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda, Gerede auf den Gängen bis hin zum [wiki:Mobbing], häufige [wiki:Psychosomatische Krankheiten] und eine hohe Personalfluktuation. Aus der Außenperspektive kommen da mitunter noch der schlechte Service, fehlerhafte Produkte und ein mieses Image hinzu.

Instrumente, mit denen man vorbeugen und auch gegensteuern kann, sind neben einer guten Führungsarbeit und einer motivierenden [wiki:Firmenkultur]: regelmäßige Informationsveranstaltungen, gemeinschaftliche Aktivitäten, das Intranet und nicht zuletzt die Hauszeitung oder Mitarbeiterzeitung. Denn: Nur gut informierte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. Mitarbeiter müssen heute mehr denn je auf dem Weg des Wandels mitgenommen werden.

Das Motto einer effektiven Mitarbeiterzeitung könnte als folgendermaßen formuliert werden:

- Wer informiert ist, kann mitdenken.

- Wer mitdenkt, entwickelt Verantwortung.

- Wer mit verantwortlich ist, bemüht sich um Erfolg.

Heute sind in der Bundesrepublik über 700 Mitarbeiterzeitschriften im STAMM, dem Verzeichnis aller in der Bundesrepublik erscheinenden Publikationen des STAMM-Verlages offiziell erfasst. Tatsächlich aber dürfte die wirklich Zahl der Publikationen bei einigen Tausend Titeln liegen. Die Auflagen schwanken zwischen 150 Exemplaren (bei kleinen Unternehmen) und 200.000 Exemplaren bei Großunternehmen und Konzernen.

Die Zahl der Mitarbeiterzeitungen nehmen zu, obwohl sich in den vergangenen Jahren auch das [wiki:Intranet] als ein wirkungsvolles Instrument der Internen Kommunikation entwickelt hat. Doch Aktualität und [wiki:Interaktivität] als die herausragenden Kriterien des Intranets können die Sinnlichkeit und die Emotionalität einer gut gemachten Mitarbeiterzeitung nicht ersetzen.

Beispiele für gut gemachte, ja "ausgezeichnete" Mitarbeiterzeitungen zeigt der jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Public Relations ausgeschriebene Wettbewerb der besten Mitarbeiterzeitungen: [url:http://www.inkom-grandprix.de/rueckblick.html|[1]]

Gut geschriebene Geschichten, Fotografien und die Ästhetik eines spannenden Layouts besitzen einen Mehrwert, der die Gefühlsebene anspricht und damit notwendige Lernprozesse der Mitarbeiter besser befördert. Man weiß, dass der kühle Verstand und eine sachliche Argumentation nur der kleinere Teil der Veränderungsarbeit darstellen. Die Gefühlswelt bildet letztlich den wichtigeren Teil der Internen Kommunikation. Insofern sind auch höchste Anforderungen an die Qualität der Geschichten und nicht zuletzt an die Professionalität der Machart zu richten.

Wenn es darum geht, eine Neupositionierung eines Unternehmens zu erreichen, müssen die Mitarbeiter vor allem in einer emotionalen Weise auf dem Transformationsprozess mitgenommen werden. Sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und Lerntheorie haben dafür längst die Regeln erforscht. Nichts ist so zäh wie der Wandel und strategische Veränderungen. Unternehmen reagieren daher oftmals bei einem Kurswechsel so träge und mit Zeitverzögerungen wie ein Tanker auf eine Veränderung des Steuerruders. Doch das dürfte jedem Verantwortlichen ein Dorn im Auge sein. Der intellektuelle Ablauf vom Verständnis bis zum Einverständnis ist emotional motiviert und verläuft in klitzekleinen Schritten. Die wichtigste Erkenntnis dabei: „Wer Veränderungen erfolgreich bewältigen will, muss auf das Engagement der Mitarbeiter setzen. Und diese erwarten besonders in Zeiten der Instabilität Signale der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit, ausgedrückt durch eine offene, sprich: aufrichtige und ungeschminkte Auseinandersetzung mit dem [wiki:Veränderungsprozess].“ (Ulrike Buchholz)

Mitarbeiter wollen dabei ernst genommen und wertgeschätzt werden, sie wollen sich beteiligen, Fragen stellen, Kommentare und Sorgen äußern, Bedenken und Kritik formulieren, Hintergründe verstehen, den Entscheidern begegnen und nicht zuletzt auch eigene Vorgehensweisen empfehlen. Mitarbeiterzeitungen sind genau für diese Kommunikationsaufgabe ein bemerkenswertes Medium. Sie können beiden Positionen eine Plattform bieten, [wiki:Unternehmensziele] und [wiki:Leitbilder] transportieren, Positionen des Managements übersetzen und transportieren sowie nicht zuletzt den Mitarbeitern eine Plattform bieten. Alleine die Erfahrung, dass kritische und sorgenvolle Stellungnahmen und Äußerungen aus der Mitarbeiterschaft auch in der Geschäftsführung bemerkt, gelesen und besprochen werden, reichen in der Belegschaft oftmals schon aus, um eine andere, meist offenere Unternehmenskultur zu etablieren.

Vor diesem Hintergrund sollte die Mitarbeiterzeitung weder alleine das Verlautbarungsorgan der Geschäftsführung noch der Kummerkasten der Belegschaft sein. Eine umsichtige Redaktion bietet eine spannungsreiche Mixtur, die zum Nachdenken und Diskutieren einlädt – mitunter ist dies auch das Argument dafür, dass die Redaktion nach Außen verlagert wird, um weder von der einen noch von der anderen Seite dem Verdacht der Zensur ausgeliefert zu sein. Denn Akzeptanz und Glaubwürdigkeit des Mediums in der Belegschaft hängen entscheidend von der Authentizität ab. Daher sollte der Mitarbeiter stets im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Die Mitarbeiter sind gewissermaßen Medium und Zielgruppe zugleich. Daher sollten möglichst viele Mitarbeiter an der Erstellung der Mitarbeiterzeitung beteiligt werden und sei es als Informationsgeber, die Themenvorschläge machen sowie als Interview- und Gesprächspartner.



Literaturhinweise:

- Klöfer, Franz: Erfolgreich durch interne Kommunikation. Mitarbeiter besser informieren, motivieren, aktivieren. Mit 20 Praxisbeispielen. Neuwied 1999

- Bischl, Karin: Die Mitarbeiterzeitung. Kommunikative Strategien der positiven Selbstdarstellung von Unternehmen. Wiesbaden 2000

- Mänken, E.W.: Mitarbeiterzeitschriften noch besser machen. Wiesbaden 2004

- Berg, Hermann-Josef/Kalthoff-Mahnke, Michael/Wolf, Eberhard: Die Besten - Mitarbeiterzeitungen und -zeitschriften in Deutschland. Perspektiven der Internen Kommunikation. Dortmund 2004

- Viedebantt, Klaus: Mitarbeiterzeitschriften. Inhalt, Konzeption, Gestaltung. Frankfurt/M. 2004

- Berg, Hermann-Josef/Kalthoff-Mahnke, Michael/Wolf, Eberhard: Jahrbuch Interne Kommunikation 2005. Dortmund 2005



Interessante und hilfreiche Weblinks:

Wettbewerb der besten Mitarbeiterzeitungen:

- www.inkom-grandprix.de [url:http://www.inkom-grandprix.de|[2]]


Tipps und Ratschläge für die Erstellung von Mitarbeiterzeitungen:

- Zwanzig Goldene Regeln für die Erstellung der Mitarbeiterzeitung: www.pressearbeit-bockow.de/zeitschrift.htm [url:http://www.pressearbeit-bockow.de/zeitschrift.htm|[3]]


Seminare und Weiterbildung für Mitarbeiter und Redakteure von Mitarbeiterzeitschriften:

- Deutsche Public Relations Gesellschaft: www.dprg.de [url:http://www.dprg.de|[4]]

- Seminare und Workshops: www.news-message.de/workshop-seminar.htm [url:http://www.news-message.de/workshop-seminar.htm|[5]]

- Schule für Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit: www.klaraberlin.de [url:http://www.klaraberlin.de|[6]]



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