In diesen Ländern ist die Matura zugleich Hochschulzugangsberechtigung für ein [wiki:Studium] an einer [wiki:Universität] oder [wiki:Fachhochschule]. Die Matura in Österreich und der Schweiz entspricht als Abschluss dem deutschen [wiki:Abitur].
Die Matura wird je nach Schultyp im 12. oder 13. Schuljahr abgelegt. [wiki:Allgemeinbildende höhere Schule] (AHS) schließen im 12. Schuljahr ab; [wiki:Berufsbildende höhere Schule] (BHS) im 13. Schuljahr.
Die Matura wird im Allgemeinen an der Schule abgenommen, die ein [wiki:Maturant] zuletzt besucht hat. Daneben gibt es auch die Möglichkeit einer [wiki:Externistenmatura] oder [wiki:Berufsreifeprüfung] für Personen, die keine Mittelschule besucht haben. Dabei wird die [wiki:Prüfung] nicht mit gleichen [wiki:Aufgabe] für alle [wiki:Schüler] eines [wiki:Jahrgang] durchgeführt. Die Aufgaben für die Klausuren sind lediglich für eine Schulklasse einheitlich, diejenigen für die mündlichen Prüfungen unterscheiden sich von Prüfling zu Prüfling. Jeder Lehrer kann die Fragen nach den Schwerpunkten seines Unterrichts stellen. Die Matura steht somit im Gegensatz zum [wiki:Zentralabitur] in manchen deutschen [wiki:Bundesland (Deutschland)] oder dem französischen [wiki:Baccalauréat]. Zwar müssen die Prüfungsfragen beim [wiki:Landesschulrat] (in [wiki:Wien]: [wiki:Stadtschulrat]) oder [wiki:Fachinspektor] eingereicht werden, trotzdem kann die Matura von Schule zu Schule, und sogar innerhalb einer Schule von Klasse zu Klasse, ein anderes Niveau haben. Allerdings muss die Benotung der schriftlichen Prüfung vom Landesschulrat bestätigt werden, und die mündliche Prüfung findet öffentlich vor einer [wiki:Kommission] statt, in welcher unter anderem auch externe Mitglieder beteiligt sind - so etwa Professoren aus anderen Schulen.
Bei der mündlichen Prüfung müssen alle Prüflinge pro Fach ein Spezialgebiet wählen, aus welchem sie dann - neben der [wiki:Kernstofffrage], die unvorhersehbar ist - eine Frage bekommen. Das Spezialgebiet kann von den Schülern in Absprache mit den Lehrern selbst gewählt werden und kann auch ein Thema sein, welches im Unterricht nicht oder nur am Rande behandelt wurde.
In allgemeinbildenden höheren Schulen besteht die Matura aus 3-4 schriftlichen Klausurarbeiten zu je 4-5 Stunden und 3-4 mündlichen Prüfungen zu je 15 Minuten plus zusätzlicher Vorbereitungszeit. Die Klausuren werden meist im Laufe einer Woche im Mai abgelegt. Die mündlichen Prüfungen folgen etwa einen Monat später und sind für jeden Maturanten auf einen Halbtag verteilt. Im Rahmen der Matura haben Kandidaten die Möglichkeit, bis Anfang Februar eine Fachbereichsarbeit anzufertigen. Dies ist eine kurze wissenschaftliche Arbeit vergleichbar mit einer kurzen [wiki:Seminararbeit]. Wird die Fachbereichsarbeit angenommen, so reduziert sich die Anzahl der Prüfungen auf je 3 schriftliche Arbeiten und 3 mündliche Prüfungen.
Klausuren in Deutsch und Mathematik sowie in einer (lebenden oder toten) Fremdsprache sind verpflichtend. Die vierte Klausurarbeit kann in einer weiteren Fremdsprache, Darstellender Geometrie oder Biologie oder Physik abgelegt werden, sofern in diesen Fächern Schularbeiten geschrieben wurden.
Für die mündlichen Prüfungen sind die Schulfächer in mehrere Gruppen unterteilt:
Für die mündliche Prüfung muss zumindest ein Gegenstand aus Gruppe B gewählt werden. Welche weiteren Gegenstände gewählt werden müssen, hängt von der Art der AHS ab. Die mündlichen Prüfungen sind öffentlich.
Das Maturazeugnis enthält lediglich die Noten der Klausurarbeiten und der mündlichen Prüfungen. Die Benotung erfolgt durch das in Österreich übliche System von 1 (sehr gut) bis 5 (nicht genügend). Zusätzlich enthält es eine Zusammenfassung der Leistungen:
Schüler, die die Matura nicht bestanden haben, haben die Möglichkeit, zu den Nebenterminen im September/Oktober und Jänner/Feber oder im nächsten Jahr erneut zur Matura anzutreten.
Siehe auch: [wiki:Schultypen in Österreich]
Die gegenwärtige Struktur der Matura in der Schweiz wurde 1995 eingeführt; während bislang zwischen verschiedenen Maturitätsprofilen unterschieden wurde, stellt sich der Schüler nun nach bestimmten Regeln durch die Wahl von Fächern ein Unterrichtsprogramm zusammen.
Der Schüler wird in den vier Jahren vor der Matura in sieben Grundlagenfächern, einem Schwerpunktfach und einem Ergänzungsfach unterrichtet.
Die Grundlagenfächer sind:
Das Schwerpunktfach ist aus folgenden Fächern bzw. Fächergruppen auszuwählen:
Das Ergänzungsfach kann sein:
Die Prüfung findet in fünf Fächern statt, die schriftlich und u.U. mündlich geprüft werden:
Die Ergebnisse dieser Prüfungen fließen zu 50 % in die Endnote des Faches ein, die Note des letzten Jahres zählt ebenfalls 50 %. In den Fächern ohne Maturitätsprüfung zählt nur die Note des letzten Jahres.
Das Ergebnis der Matura setzt sich aus den Leistungen der neun Maturitätsfächer zusammen.
Siehe auch: [wiki:Schulsystem in Österreich], [wiki:Abitur], [wiki:Schulsystem in der Schweiz][wiki:En:Matura]
