Die Lohnquote ist definiert als das Verhältnis von [wiki:Einkommen] aus unselbständiger Arbeit zum Volkseinkommen und ist ein wichtiger Indikator für die funktionelle Einkommensverteilung, d.h. die Verteilung desVolkseinkommens auf die [wiki:Produktionsfaktor].
Man unterscheidet die Bruttolohnquote, die die Einkommen vor Abzug der Steuern und [wiki:Sozialabgaben] betrachtet, von der Nettolohnquote, die die Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben zugrunde legt.
Veränderungen der Lohnquote können zum einen auf Veränderungen der Einkommen zum anderen aber auch auf die Veränderung der Zahl von abhängig Beschäftigten und von Empfängern von Unternehmens- und Vermögenseinkommen zurückgeführt werden. Um den Einfluss der Einkommensänderungen zu isolieren, berechnet man auch eine sogenannte bereinigte Lohnquote, die angibt, wie sich die Lohnquote entwickelt hätte, wenn die Zahl der Empfänger der verschiedenen Einkommenskategorien konstant geblieben wäre.
Die Lohnquote hat eine große Bedeutung in der politischen Diskussion, da sie als ein Indikator dafür angesehen wird, in welchem Umfang abhängig Beschäftigte auf der einen und Empfänger von Unternehmens- und Vermögenseinkommen auf der anderen Seite von der wirtschaftlichen Entwicklung im Allgemeinen oder von wirtschaftspolitischen Entscheidungen im Besonderen profitieren. Wegen des großen Anteils der [wiki:Lohnsteuer] am Steueraufkommen insgesamt und der Koppelung der Finanzierung der wichtigsten Systeme der sozialen Sicherheit (Sozialversicherung) an die Lohneinkommen spielt die Lohnquote in Deutschland auch eine wichtige Rolle in der Diskussion um Steuergerechtigkeit und die Finanzierbarkeit des Wohlfahrtsstaats.
Was die längerfristige Entwicklung der Lohnquote angeht, gab es früh eine Position, die von einer langfristigen Tendenz zur Senkung der Lohnquote ausging ("Gesetz der fallenden Lohnquote", Robertus). Demgegenüber meinte man später bezogen auf die "bereinigte" Lohnquote eine Konstanz der Lohnquote zu beobachten.
Die tatsächliche Entwicklung der Lohnquote in der BRD von 1970 bis 2001 zeigt die folgende Graphik. Von 1970 bis 1982 stieg die Quote an. In der Folge fiel sie bis zur Wiedervereinigung deutlich ab, um dann als Resultat der Wiedervereinigung kurzfristig anzusteigen. Seitdem ist kein klarer Trend zu erkennen.
