Die Anforderungen einer Arbeitsinsel können sehr unterschiedlich sein. Ihre Bearbeitung wird von Lehrerseite mehr oder weniger stark reglementiert und unterstützt. Die jeweiligen Lernkorridore, welche die SchülerInnen vorfinden und eigenverantwortlich zu lösen haben, reichen vom einfachen Bearbeiten eines Arbeitsblattes bis hin zur differenzierten Planung und Realisierung eines Lernplakats, einer Ausstellung oder eines sonstigen Projekts. Die Gestaltungsspielräume und Verantwortlichkeiten der SchülerInnen sind also unterschiedlich ausgeprägt.
Eine Makrospirale stellt einen Methodenpool dar, den die LehrerInnen wahlweise nutzen können, je nachdem, welche didaktisch-methodischen Akzente gesetzt werden sollen. Bei der Erstellung einer Makrospirale wird also auf Methodenvielfalt Wert gelegt. Die SchülerInnen werden unterschiedlich angesprochen und zum aktiv-produktiven Lernen veranlasst. Sie erhalten Gelegenheit, sich mit dem besagten Themenbereich variantenreich auseinander zu setzen und auf diesem Wege wichtige inhaltliche Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erarbeiten. Sie üben sich dabei in punkto Informationsbeschaffung, Informationsverarbeitung, Kommunizieren und Kooperieren, Strukturieren usw. Redundanzen sind in diesem Lernkonzept erwünscht, weil die SchülerInnen auf diese Weise zur notwendigen Wiederholung und Festigung des Lehrstoffs und der Lernverfahren veranlasst werden. Vorbereitet, organisiert und moderiert werden die Arbeitsinseln von der zuständigen Lehrkraft.
Die Lehrkraft hält sich ansonsten deutlich zurück und schaltet sich nur in Ausnahmefällen unterstützend ein. Der Begriff "Arbeitsinsel" soll eben dieses Selbstmanagement der SchülerInnen unterstreichen. Kennzeichnend für die entsprechenden Arbeitsprozesse ist das spiralförmige Arbeiten der SchülerInnen, das in der Regel so verläuft, dass sie von der Einzel- über die Partner- und/oder Gruppenarbeit schließlich zur Präsentation und/oder Diskussion im Plenum vorstoßen. Nur dadurch kann es zu den für den Schüler notwendigen Klärungsprozessen, die für das nachhaltige Begreifen und Behalten notwendig sind, kommen.
Siehe auch: [wiki:Offenes Lernen], [wiki:Kooperatives Lernen], [wiki:Stationenbetrieb], [wiki:Heinz Klippert]
Literaturhinweise:
[url:http://haus-des-lernens.tsn.at|Vortrag Dr. Klippert, "Tag des Lernens" Innsbruck] (Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen, Beltz, Weinheim und Basel, 2001)
