Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Lernkurve allgemein. Für das betriebswirtschaftliche Konzept siehe [wiki:Erfahrungskurve].
Häufig werden zu Beginn einer neuen Aufgabe noch viele Fehler gemacht. Während der späteren Lernphasen nehmen die Fehler ab, dann folgt ein so genanntes Lernplateau. In der [wiki:Wirtschaft] wird die Lernkurve verwendet, um [wiki:Produktivität] oder eine [wiki:Qualität] im Laufe der Produktion zu erklären. Sie wird auch hin und wieder herangezogen, um schnellere [wiki:Fließband] bei der [wiki:Fließfertigung] zu rechtfertigen.
Je steiler die Lernkurve ist, desto größer ist die [wiki:Effizienz] beim Lernen. Die Steilheit hängt von mehreren Faktoren ab:
Gelegentlich verwendet man die Lernkurve auch schlicht dazu, die Schwierigkeit eines Lernauftrags zu beschreiben. Beispiele:
Historisch gesehen stammt der Begriff der Lernkurve von [wiki:Hermann Ebbinghaus] (1885), der das [wiki:Konzept] der Lernkurve in seiner [wiki:Monografie] "Über das Gedächtnis" vermutlich als Erster verwendete und somit als [wiki:Erfinder] gelten dürfte. In der [wiki:Psychologie] wird der Begriff der Lernkurve mitunter ohne strikte Definition der x- und y-Achsenzuordnung angewandt, sodass die Frage der Steilheit anhand konkreter Beispiele betrachtet werden muss. Eine erste strikte Definition des Begriffs für die Anwendung in der [wiki:Betriebswirtschaft] stammt von Wright (1927).
Neben dieser [wiki:Akademisch] als korrekt zu betrachtenden [wiki:Definition] aus dem [wiki:Elfenbeinturm] gibt es in der [wiki:Umgangssprache] ein dieser [wiki:Norm] praktisch diametral entgegengesetztes [wiki:Verständnis] des Begriffs der Lernkurve; insbesondere im Softwaremarketing und in der Werkzeug-Branche wird eine Lernkurve dann als steil bezeichnet, wenn das [wiki:Lernen] der Bedienung oder Anwendung eines Werkzeugs oder Software-Tools schwierig und mühsam ist; eine flache Lernkurve ergibt sich für effizientes und problemloses [wiki:Lernen]. Ein entsprechendes Kurven-[wiki:Diagramm] ergäbe sich aus der Gegenüberstellung von kumulativen Erfolgseinheiten (x-Achse) und kumulativen Zeiteinheiten (y-Achse); diese umgangssprachlich verbreitete Auffassung definiert die Kurvensteilheit s als Quotient von s=Zeiteinheit/Erfolgseinheit und stellt eine sinngemässe [wiki:Repräsentation] des [wiki:Konzept] von Wright dar.
Der [wiki:Unterschied] zwischen diesen beiden [wiki:Definition] der Lernkurven ist, dass die [wiki:Akademie] [wiki:Definition] [wiki:Lernen] als [wiki:Erfolg] im positiven Sinn betrachtet, während die [wiki:Umgangssprache] [wiki:Definition] Lernen als [wiki:Aufwand] oder [wiki:Last] ansieht.
