Als Humankapitaltheorie bezeichnet man Untersuchungen der [wiki:Ressource] [wiki:Bildung] ([wiki:Humankapital]) unter wirtschaftlichen Aspekten. Insbesondere geht es dabei um die Messung [wiki:Volkswirtschaft] Auswirkungen einer verbesserten Bildung. Dieser Zusammenhang wird in der Regel über einen Vergleich von Kosten und Nutzen der Bildungsausgaben gemessen.
Bereits [wiki:Adam Smith] stellte einen direkten Zusammenhang zwischen der Ausbildung und der Leistungsfähigkeit von Arbeitskräften her: Education helped to increase the productive capacity of workers in the same way as the purchase of new machinery or other forms of physical capital increased the productive capacity of a factory or other enterprise (Lit.: Woodhall 1987, S. 21)
Eine bedeutende Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten wurde ab den 1960er Jahren publiziert: [wiki:Theodore William Schultz] (Lit.: Schultz 1963) wird als einer der Väter der modernen Humankapitaltheorie angesehen. Weitere wichtige Arbeiten stammen u. a. von [wiki:Gary Becker] (Lit.: Becker 1976) und [wiki:Robert Merton Solow] (Lit.: Solow 1956). Das als [wiki:Solow-Modell] bekannt gewordene [wiki:Neoklassische Theorie] [wiki:Wachstumsmodell] ist ein bis heute vielgenutztes Modell zur Erklärung der Grundlagen ökonomischen [wiki:Wirtschaftswachstum]. Es postuliert, dass die einzige langfristig relevante Einflussgröße auf das Wachstum einer [wiki:Volkswirtschaft] der [wiki:Technischer Fortschritt] sei. Dieser wiederum drückt sich aus in einer höheren [wiki:Arbeitsproduktivität], welche v. a. durch eine bessere Bildung erreicht werden kann.
Die wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen der Humankapitaltheorie erlangten große Bedeutung; Schultz erhielt den [wiki:Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel] 1979, Solow 1987 und Becker 1992. Auch andere Nobelpreisträger waren oder sind im Bereich der Humankapitaltheorie aktiv - so beispielsweise [wiki:Jan Tinbergen] (Nobelpreis 1969) oder [wiki:Milton Friedman] (Nobelpreis 1976).
Auch in der [wiki:Soziologie] Forschung wird dem Kapitalbegriff eine hohe Beachtung geschenkt. [wiki:Pierre Bourdieu] kritisierte den [wiki:Wirtschaftswissenschaft] Humankapitalbegriff, da er zu eng sei, um soziale Ungleichverhältnisse beschreiben zu können, da er sich nur auf das ökonomische [wiki:Kapital] konzentriert und somit direkt in Geldwerten ausdrückbar ist. Daher hat Bourdieu auch die kulturelle und die soziale [wiki:Ökonomie] neben der ökonomischen angenommen und neben dem [wiki:Ökonomisches Kapital] auch das [wiki:Kulturelles Kapital] (z. B. Bildungstitel) und das [wiki:Soziales Kapital] (z. B. Gewinne aus der Zugehörigkeit zu mehr oder weniger angesehenen oder einflussreichen Familien) unterschieden. In späteren Schriften führt Bourdieu weitere Kapitalarten ein, die aber meist speziellere Formen kulturellen oder sozialen Kapitals darstellen.
Damit das Kapital seine Wirkung voll entfalten kann, muss es von anderen erkannt und anerkannt werden, dann wird es von Bourdieu als [wiki:Symbolisches Kapital] bezeichnet (dies können etwa [wiki:Doktortitel] beim kulturellen Kapital, [wiki:Adelstitel] beim sozialen Kapital oder Luxusgüter beim ökonomische Kapital darstellen), dem immer eine der grundlegenden drei anderen Kapitalarten zugrunde liegt.
