Die [wiki:Humankapitaltheorie] geht davon aus, dass sich dieser immaterielle Vermögenswert mit einem gezielten [wiki:Human Capital Management ]planen, steuern und kontrollieren lässt. Das Human Capital Management analysiert einzelne Aspekte des Humankapitals und versucht, sie positiv zu beeinflussen. Dazu gehören die folgenden Elemente, die allerdings in der Literatur sehr unterschiedlich definiert werden:
Individuelles Humankapital (Wissen, Erfahrung, Motivation, Gesundheit und Sozialverhalten der Mitarbeiter)
Dynamisches Humankapital (Qualität der Personalprozesse, die das individuelle Humankapital beeinflussen, wie zum Beispiel Recruiting oder Personalentwicklung)
Strukturelles Humankapital (Aufbau und Organisation des Personals, Mitarbeiterstruktur – zum Beispiel nach Alter und Geschlecht)
Diese Aufzählung zeigt: Das Humankapital eines Unternehmens beinhaltet viele „weiche Faktoren“, die sich nicht leicht in Zahlen messen lassen. Dennoch gab es in der Vergangenheit zahlreiche Versuche, das Humankapital in Euro zu ermitteln oder auf andere Weise quantitativ zu erfassen. Einen guten Überblick bieten Scholz et al. (2004). Zu den Methoden, die darauf abzielen, den Wert des Humankapitals in Euro zu ermitteln, zählen zum Beispiel:
- die Marktwertmethode: Sie ermittelt den Wert des Humankapitals als Differenz zwischen Markt- und Buchwert
- Input-Verfahren: Sie betrachten das Humankapital als Summe der Investitionen in die Mitarbeiter.
- Output-Modelle: Sie schätzen den Ergebnisbeitrag der Mitarbeiter für die folgenden Jahre und berechnen davon ausgehend den Gegenwartswert für das Unternehmen.
- Die Saarbrücker Formel: Sie berechnet den Wert des Humankapitals mithilfe der Komponenten Wertbasis (Mitarbeiter und Marktgehalt), Wertverlust (Wissenserosion), Wertkompensation (Neueinstellungen und Personalentwicklung) sowie Wertveränderung (Commitment, Context und Retention)
Andere Modelle beschäftigen sich mit einzelnen Indikatoren des Humankapitals und ihren Auswirkungen auf das Unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel:
- die Balanced Scorecard (BSC)
- der Scandia Navigator
- die Kennzahlenbasierte Wissensbilanz
Begriffskritik
Der Begriff des Humankapitals ist nicht unumstritten. Die Gesellschaft für deutsche Sprache erklärte ihn im Jahr 2004 zum Unwort des Jahres. Das Wort degradiere den Menschen zu einer ökonomischen Größe, so die Begründung der sechsköpfigen Jury. Einige Kritiker erinnert der Begriff an die Zeiten des Sklavenhandels, in denen Menschen tatsächlich als „Kapital“ angesehen wurden.
Die Befürworter des Begriffs halten diese Argumentation für falsch und verweisen auf die positiven Assoziationen, die der Begriff „Kapital“ weckt. Die Bezeichnung Humankapital betone die produktive Rolle des Mitarbeiters als Erfolgsfaktor und zentraler Wert des Unternehmens. Daher degradiere dieser Begriff den Menschen nicht, sondern werte ihn im Gegenteil auf.
Weblinks
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