Überfordert uns eine Aufgabe, reagieren wir erst frustriert, dann besorgt und schließlich ängstlich. Ist die Anforderung zu leicht, ist man erst entspannt und dann gelangweilt. Entspricht eine schwierige Aufgabe einem großen Können, kann es zu einem völligen Aufgehen in der Tätigkeit kommen.
Der Zweck des Fließens ist, im Fließen zu bleiben, nicht Höhepunkte oder utopische Ziele zu suchen. Es gibt keine Aufwärtsbewegung, sondern ein kontinuierliches Fließen. Aufwärts klettert man nur, um den Flow in Gang zu halten. Es gibt keine andere Begründung für das Klettern als das Klettern selbst. Das ist eine Art Autokommunikation.
Der amerikanische Psychologe Czikszentmihayi hat von Nietzsche die Idee des Dionysischen übernommen. Er spricht von einem erfüllten und guten Leben. Wir sollten keine Zeit verschwenden und keine Möglichkeit ungenutzt lassen, um unsere Einzigartigkeit und Individualität zum Ausdruck zu bringen. Ein gutes Leben macht ein Leben heiter, gelassen, produktiv und lebenswert.
Gewiss. Das gefiele auch den Bewohnern in den Slums von Rio oder Bangkok. Entscheidend sei, so Czikszentmihayi, dass man glücklich ist, während man etwas tut, das unsere Fähigkeiten erweitert und uns dabei hilft, uns weiterzuentwickeln und unser Potenzial auszuschöpfen. Besonders schöne Augenblicke, das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit nennt er Flow. Wollen, Fühlen und Denken sind in diesem Augenblick in Übereinstimmung. Das kann Ekstase, ästhetische Verzückung oder etwas anderes sein. „Flow“ ist das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit, Augenblicke intensiven Lebens vor einem glanzlosen Hintergrund. Czikszentmihayi meint, dass wir bei der Arbeit häufiger Flow erleben als in unserer Freizeit. Passivität erzeuge eben kein Flow.
Die Erfolgreichen sind aktiv, auch in ihrer Freizeit. Sie töpfern, arbeiten im Garten oder joggen durch den Stadtpark. Sie kennen das Flow. Es ist nicht unmittelbar der Erfolg selbst. Es ist die Anstrengung, der Gedanke und die Zuversicht, dass man es schafft.
Der glückliche Mitarbeiter?
In seinem Buch „Flow im Beruf“ stellt Csikszentmihayi die These auf: Nur glückliche Mitarbeiter engagieren sich und arbeiten gerne. Deshalb fordert er die Unternehmer auf, darüber nachzudenken, wie sie das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter steigern könnten. Das ist die Utopie vom glücklichen Mitarbeiter. Welcher Unternehmer, so muss man wohl fragen, gründet eine Firma, um seine Angestellten glücklich zu machen?
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