Als Enzyklopädie bezeichnet man den Versuch der vollständigen Darstellung des Wissens zu einem bestimmten Thema oder des gesamten Wissens der Welt; in ihr wird der gesamte Wissensstoff aller Disziplinen oder eines Faches dargestellt. Die Enzyklopädie wird in der Wissenschaft der Enzyklopädik erforscht; ihr liegt eine Enzyklopädietheorie zugrunde. Eine Enzyklopädie muss nicht notwendigerweise ein Nachschlagewerk sein; Enzyklopädien können Wissen in unterschiedlichen Organisationsformen darstellen, angefangen von einer Allegorie über ein [wiki:Curriculum], eine Kosmogonie, den Dekalog, den Katechismus bis hin zu systematischen oder alphabetischen Dispositionen; ihr kennzeichnendes Merkmal gegenüber anderen Literaturgattungen ist der Universalitätsanspruch.
Eine Sonderform der Enzyklopädie sind alphabetisch gegliederte Nachschlagewerke wie das Lexikon und das Wörterbuch, die nicht den Anspruch erheben, das "gesamte Wissen der Welt" oder einer Fachdisziplin erschöpfend darzustellen.
Vor allem enzyklopädische Nachschlagewerke mit einem begrenzten Fachumfang werden eher als Fachlexikam oder Sachwörterbuch bezeichnet (z.B. Computerlexikon, Sprachlexikon oder Tierlexikon). Das Lexikon wird in der Wissenschaft der Lexikografie erforscht; ihr liegt eine Lexikontheorie zugrunde.
Gelegentlich werden auch Wörterbuch|Wörterbücher als Lexikon bezeichnet. Wörterbücher verzeichnen und erklären einzelne lexikalische Einheiten (z.B. die einzelnen Wörter des gesamten Wortschatzes einer Sprache).
Die Hinterfragung der Enzyklopädie an sich, oder konkreter Einzelaspekte der Enzyklopädie, wird als [wiki:Enzyklopädiekritik] bezeichnet.
Der Begriff Enzyklopädie leitet sich ab von Französische Sprache|frz. encyclopédie zu Latein|lat. encyclopaedia aus Altgriechisch|altgr.: εγκύκλιος und παιδεία, einer unkorrekten Zusammensetzung aus egkýklios, "kreisförmig", "im Kreise herumgehend" und paideía, "Lehre", "[wiki:Bildung]" zu egkyklopaideia, "Grundlehre aller Wissenschaften und Kunst|Künste", "Wissenschaftskunde".
Siehe [wiki:Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie]
Die Tatsache, dass eine Enzyklopädie von ihrem eigenen Anspruch her strukturell und inhaltlich eigentlich nie abgeschlossen sein kann, ist eine Herausforderung an die neuen Medien. So ermöglichten es die Medien [wiki:CDROM] bzw. [wiki:DVD], dass wichtige Herausgeber im Gefolge der [wiki:New Economy] von gedruckten Enzyklopädien auf elektronische Publikationsformen umgestellt haben; das Medium ist kostengünstig, und auch Bilder, Ton- und Video dokumente können leicht eingebunden werden. Für großes Aufsehen sorgte im Jahr 2002 die Ankündigung, die englische [wiki:Encyclopædia Britannica] werde künftig nur noch in elektronischer Form verfügbar sein. Mittlerweile sind die Herausgeber von diesem Plan wieder abgerückt, und die Encyclopædia Britannica wird weiterhin auch in gedruckter Form angeboten.
Dieser Artikel ist Teil der [wiki:Wikipedia], die selbst eine Enzyklopädie ist.
| Name | Titel | Medium | Artikelanzahl | Wörter | Abbildungen | Videos | Audio | Weblinks | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| [wiki:Britannica] | Encyclopaedia Britannica (EB) | 32 Bände | >65.000 | 44 Mio | >24.000 | keine | keine | ? | [url:http://store.britannica.com|[1]] |
| [wiki:Britannica] | Britannica Ultimate Reference Suite 2004 | 6 CDs oder 1 DVD | 75.000 | >44 Mio (?) | >21.000 (*) | ? | ? | 167.000 | [url:http://store.britannica.com|[2]] |
| [wiki:Brockhaus] | Die Enzyklopädie 20., neu bearbeitete Auflage 1996 bis 1999 | 24 Bände | >260.000 | ? | >35.000 | keine | keine | ? | [url:http://www.brockhaus.de/|[3]] |
| [wiki:Brockhaus] | Die Enzyklopädie digital | 10 CDs oder 1 DVD | >260.000 | 26 Mio | >14.500 | 250 | 13 Stunden | >19.000 | [url:http://www.brockhaus.de/|[4]] |
| [wiki:Encarta] | Enzyklopädie Professional [wiki:2004] | 4 CDs oder 1 DVD | >50.000 | 19,1 Mio | >20.500 | >300 | >2.750 | 5.600 | [url:http://www.microsoft.com/germany/ms/encarta/varianten.asp|[5]] |
| [wiki:Meyers] | Meyers Großes Taschenlexikon in 26 Bänden | 26 Bände + CD | >150.000 | ? | >5.000 | keine | keine | ? | [url:http://www.meyer.bifab.de/|[6]] |
| [wiki:Wikipedia] | Die freie Enzyklopädie (deutsch) | online, [wiki:Personal Digital Assistant], [wiki:Mobiltelefon], [wiki:CD-ROM], in Auszügen gedruckt | zzt. 1.078 | 23,5 Mio | >21.000 | ? | 7 | >65.000 | [url:http://de.wikipedia.org|[7]], [url:http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikiprojekt_Gesprochene_Wikipedia|[8]], [url:http://www.beam-bibliothek.de|[9]], [url:http://www.beam-bibliothek.de/ebook/156|[10]], [url:http://www.golem.de/0406/31591.html|[11]] |
(*) einschl. Audio- und Video-Dateien
Die Wissenschaft von der Erforschung von enzyklopädischen Nachschlagewerken ist die Enzyklopädik. Darunter wird vor allem die historische Untersuchung von Enzyklopädien verstanden. Daneben gibt es die Bezeichnung Enzyklopädistik. Beide Wörter werden auch synonym für eine Enzyklopädie verwendet. Die Lexikographie beschäftigt sich eher mit der Erstellung von Wörterbüchern als mit enzyklopädischen Lexika. Andere Wissenschaften mit Bezug zur Betrachtung von Enzyklopädien sind die Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft und Wissenschaftstheorie.
Bibliographien:
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