Empowerment

Wer in seinem Aufgabenbereich über einen großen Handlungsspielraum verfügt, ist eher bereit unternehmerisch zu denken. Je größer der Einfluss eines Mitarbeiters auf seinen Aufgabenbereich, desto motivierter ist er und kann somit effizienter arbeiten. Das ist der Grundgedanke, der hinter dem englischen Begriff "Empowerment" steckt.

Wörtlich aus dem Englischen übersetzt bedeutet "Empowerment" Ermächtigung oder Bevollmächtigung. In der Praxis ist damit gemeint, dass Unternehmen geeignete '''Strategien und Maßnahmen''' einsetzen, die das Maß an Selbstbestimmung und Autonomie im Leben der Mitarbeiter erhöhen und sie in die Lage versetzen, ihre Belange (wieder) eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten. Neben der professionellen Unterstützung der Mitarbeiter bezeichnet Empowerment auch den indivuellen Prozess, sich selbst mehr Gestaltungsspielräume zu schaffen.
Das Wort "Empowerment" wird auch für einen erreichten Zustand von Selbstverantwortung und Selbstbestimmung verwendet (siehe [wiki:Selbstkompetenz]).

Der Begriff ''Empowerment'' entstammt der amerikanischen Gemeindepsychologie und wird mit dem Sozialwissenschaftler Julian Rappaport (1985) in Verbindung gebracht. Usprünglich ist Empowerment also keine Managementidee, sondern bildet in der psycho-sozialen Arbeit einen Arbeitsansatz ressourcenorientierter Intervention. Im Umfeld politischer Bildung und demokratischer Erziehung wird Empowerment als Instrument betrachtet, die Mündigkeit des Bürgers/der Bürgerin zu erhöhen. Empowerment ist ebenso ein Schlüsselbegriff in der Diskussion um die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements.

Empowerment am Arbeitsplatz
Zunehmend findet die Idee des Empowerment auch Eingang in Managementkonzepte und in die Weiterbildung. Vor allem Betriebe der New Economy machen sich dieses Prinzip erfolgreich zu Nutze. Als "Empowerment-Zirkel" wird der stärkenorientierte Ansatz hier zu einem Instrument der [wiki:Organisationsentwicklung]. Die fachübergreifend organisierten Empowerment-Teams haben als Weiterentwicklung der Qualitätszirkel eine Verbesserung der [wiki:Corporate Identity], eine Stärkung der Motivation und der Fähigkeiten der Mitarbeiter zum Ziel. Durch flache Hierarchien, Partizipation an Entscheidungen, Öffnung von Gestaltungsräumen, eine positive, anerkennende Teamkultur, Selbstevaluation, Übernahme von Verantwortung (auch für Ergebnisse), mehr Selbstbestimmung und ständiges Weiterlernen wollen Unternehmen eine subjektive Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen erreichen. Ein weiteres Ziel von Empowerment-Aktivitäten ist es, Kontrollkosten einzusparen, die durch das selbständige und eigenmotivierte Agieren des Arbeitnehmers wegfallen.

Mit dem Einsatz von Empowerment-Strategien können vorhandenen Potenziale und Fähigkeiten optimal genutzt werden, zumindest solange der einzelne Mitarbeiter auch die Fähigkeiten hat, der ihm übertragenen Verantwortung gerecht zu werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Menschen überfordert fühlen und in Handlungslethargie verfallen.

Literatur



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