Herz des Employer Brandings ist immer eine die Unternehmensmarke spezifizierende oder adaptierende Markenstrategie (als deren Resultat: die Arbeitgebermarke), deren Entwicklung, Implementierung und operative Umsetzung darauf zielt, nachhaltig und vollumfänglich die positiven Effekte der [wiki:Marke] für die Optimierung von Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, [wiki:Unternehmenskultur] und Leistungskultur zu aktivieren, das Unternehmensimage zu verbessern sowie mittelbar den Marken- wie auch den [wiki:Unternehmenswert] zu steigern.
Wirkungsbereiche und direkte Effekte
Die Deutsche Employer Branding Akademie, Berlin, identifiziert fünf Wirkungsbereiche und 22 direkte positive Effekte von Employer Branding:
- Mitarbeitergewinnung (Recruiting): Arbeitgeberattraktivität wird erhöht, Bewerberpassung wird verbessert, Personalbeschaffungsaufwand und Recruitingkosten werden reduziert.
- Mitarbeiterbindung (Retention): Mitarbeiterzufriedenheit wird verbessert, Identifikation wird gestärkt, Know-how wird gebunden, "Return on Development" wird erhöht, Fluktuationskosten werden gesenkt.
- Unternehmenskultur (Corporate Culture): Werte werden erlebbar gemacht, Arbeitsklima wird verbessert, Krankenstand wird gesenkt, Zusammenhalt wird gestärkt, interne Kommunikation wird effektiver.
- Leistung (Performance): Qualität der Arbeitsergebnisse steigt, Leistungsmotivation wird verbessert, Mitarbeiterloyalität wird erhöht, Commitment mit den Zielen des Unternehmens wird erhöht, Eigenverantwortung wird gestärkt (Organizational Citizenship Behaviour), Führungsaufwand wird gesenkt.
- Unternehmensmarke (Corporate Branding): Unternehmensimage wird gestärkt, Marketing-Synergien werden erschlossen, Unternehmenswert wird gesteigert.
Diese fünf Wirkungsbereiche wurden in der Studie "HR-Trends" des F.A.Z.-Instituts (Sommer 2007) positiv auf ihre Plausibilität geprüft.
Status quo in Deutschland
Employer Branding wird meistens mit [wiki:Personalmarketing] verwechselt resp. darauf reduziert. Die tatsächlichen und umfassenden Effekte von Employer Branding gehen über die Effekte des reinen Personalmarketings jedoch deutlich hinaus. Die Entwicklung einer strategisch verankerten Arbeitgebermarke beginnt weit vor dem klassischen Personalmarketing, das nur ein Instrument in der operativen Umsetzung von Employer Branding ist. Außerdem wird Employer Branding häufig auf Aspekte des Recruitings reduziert. Die Gewinnung neuer Mitarbeiter ist aber nur einer von mehreren Wirkungsbereichen des Employer Brandings. Die strategisch fundierte Entwicklung einer Arbeitgebermarke ist daher auch unabhängig von Personalbeschaffungszyklen sinnvoll.
Quelle und Literatur
- Quelle: Deutsche Employer Branding Akademie (DEBA), Berlin, [url:http://www.employerbranding.org|http://www.employerbranding.org]
- Simon Barrow, Richard Mosley: The Employer Brand. Bringing the Best of Brand Management to People at Work, 2005, John Wiley & Sons, [isbn:0470012730]
