War die Emanzipation im Römisches Reich|antiken Rom ein einmaliger, durch den Höher- dem Niedrigergestellten erwiesener Erweis eines Rechtes, kannte das Mittelalter die emancipatio canonica, die besagte, dass Kinder von Ketzern aus deren Erziehungsberechtigung entnommen und Klosterschulen übergeben werden konnten. In der frühen Neuzeit beginnt der reflexive Gebrauch der Emanzipation: Einzelne vermögen sich bevormundenden Strukturen zu entziehen, wobei sie sich häufig Verdächtigungen aussetzen.Im Zeitalter der Aufklärung schließlich wird eine allgemeine gesellschaftliche Emanzipation angestrebt, zunächst im rechtlichen Bereich, deren Einlösung in der sozialen und kulturellen Wirklichkeit vielfach noch aussteht.
Emanzipation bedeutet Gleichstellung von [wiki:Minderheit] und Benachteiligten: z. B.: Frauen, Farbige, [wiki:Arbeiter], [wiki:Bauer].
Die Forderung nach Emanzipation als Forderung nach Befreiung anderer (z.B. der Sklaven) und der Selbstbefreiung kulminierte bei [wiki:Karl Marx] in dem Satz: "Wir müssen uns selbst emancipieren, ehe wir andere emancipieren können.", wobei er in jeder Hinsicht die Emanzipation als eine Klassenfrage und keine Frage der Natur, etwa bei der [wiki:Gleichberechtigung] der Frau herausstellte.
Emanzipation hat sich nicht bereits im Zusprechen von Freiheitsrechten erfüllt, sondern wird es erst sein im bewussten Wahrnehmen und Gestalten derselben.
[wiki:En:Emancipation][wiki:Nl:Emancipatie]
