Effectuation

Effectuation (aus dem Englischen, übersetzt etwa „herbeiführen“, „bewirken“) ist eine Forschungsrichtung der globalen Entrepreneurforschung, die beschreibt, wie erfahrene Unternehmer in unsicheren Situationen Probleme lösen und Entscheidungen fällen. Im Unterschied zur kausalen Logik, geht der Ansatz der Effectuation davon aus, dass die Zukunft nicht vorhersagbar, sondern durch menschliches Handeln gestaltbar ist.



Nach diesem Forschungsansatz  trifft der Unternehmer seine Entscheidung aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen und versucht gezielt, Partnerschaften einzugehen einzugehen, um seine Ideen umzusetzen. Entscheidungen trifft er nicht mit Blick auf die [wiki:Rendite], sondern er kalkuliert mögliche Verluste im Rahmen einer vorab definierten Grenze. Unwägbarkeiten versucht er nicht durch genaue Planung zu vermeiden. Stattdessen nutzt er Veränderungen flexibel für seine Ziele.

Effectuation ist ein Ergebnis der globalen [wiki:Entrepreneurforschung ]und geht auf Professorin Saras Sarasvathy von der University of Virginia zurück. Sie postulierte fünf Prinzipien des Effectuation-Ansatzes (Saras Sarasvathy 2008):
  1. Anstatt zu versuchen, die (unsichere) Zukunft zu planen, wird die Zukunft durch die bereitwillige Aktivität aller Beteiligten gestaltet.
  2. Anstatt zielorientiert vorzugehen, agiert der Entrepreneur mittelorientert: Ausgehend von den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen setzt der Entrepreneur seine unternehmerischen Ideen konsequent um.
  3. Anstatt eine aufwendige (und insbesondere bei hoch innovativen Ideen nahezu unmögliche) Wettbewerbsanalyse durchzuführen, knüpft der Entrepreneur Partnerschaften und baut sein soziales Netzwerk aus, um mit seinen Partnern (strategische Partner, Kunden, Lieferanten oder Investoren) gemeinsam das Geschäftsmodell zu gestalten.
  4. Anstatt seine Entscheidung von (nicht korrekt zu bestimmenden) erwarteten Renditen abhängig zu machen, setzt sich der Entrepreneur bewusst eine (monetäre und auch psychologische) Grenze des vertretbaren Verlusts. Im Extremfall kann diese Grenze durchaus Null Euro betragen.
  5. Anstatt Unvorhergesehenes zu vermeiden und möglichst akribisch auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, nutzt der Entrepreneur solche Kontingenzen zu seinen Gunsten und reagiert flexibel auf neue Entwicklungen des Umfelds.
Der Effectuation-Ansatz ist nicht in allen Situationen hilfreich. In etablierten Märkten lässt er sich beispielsweise nur schlecht anwenden, da sich in einem stabilen Umfeld Marktprognosen treffen lassen, während die Unwägbarkeiten geringer ausgeprägt sind. 

Weblinks
[url:www.effectuation.de|www.effectuation.de]
[url:www.effectuation.org|www.effectuation.org]

Literatur



Effectuation
HRM.de - Das Netzwerk für Personalwesen. HR-Pedia - Der Wissenspool für das Human Resource Management. HR-Jobbörse