Corporate Citizenship

Corporate Citizenship bezeichnet das bürgerschaftliche Engagement in und von [wiki:Unternehmen], die eine mittel- und langfristige unternehmerische Strategie auf der Basis verantwortungsvollen Handelns verfolgen und sich über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus als „guter Bürger“ aktiv für die lokale Zivilgesellschaft oder z. B. für ökologische oder kulturelle Belange engagieren. Die englische Begrifflichkeit verweist darauf, dass es sich ursprünglich um die Übernahme einer [wiki:Unternehmensführung]-Idee als Teil einer Public Affairs-Strategie aus den USA handelt.

Heute wird im deutschen Sprachraum durchaus ein eigenständiges und erweitertes Verständnis der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen diskutiert und bereits ansatzweise praktiziert: im Sinne von "sozialen Kooperationen" (Bernhard von Mutius), die zum wechselseitigen Nutzen aller beteiligten Partner eingegangen werden und mithelfen, gesellschaftliche Innovationen auf den Weg zu bringen. Der Begriff „Corporate Citizenship“ wird in wissenschaftlichen und politischen Diskursen sowie von Unternehmen selbst allerdings nicht eindeutig verwandt und steht in teils unklarer Abgrenzung zu verwandten Termini wie „[wiki:Corporate Responsibility]“ oder „[wiki:Corporate Social Responsibility]“, der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Hinter diesen Ansätzen steht nicht zuletzt die Frage, welche Rolle Unternehmen in der Gesellschaft spielen. Die Diskussion um gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung und gesellschaftsbezogenes Engagement ist auch in Deutschland nicht neu. Und etwa mit den Schritten von Großunternehmen zur Arbeiterwohlfahrt im ausgehenden 19. Jahrhundert ist ein solches Engagement seit langem bekannt.

Corporate Citizenship-Mix

Der Corporate Citizenship-Mix beschreibt neun Instrumente, die Unternehmen aller Größen in der Praxis bereits einsetzen. Er ist - ähnlich wie der Marketing-Mix - eine Art Baukasten, aus dem sich ein Unternehmen im Rahmen seiner Corporate Citizenship-Strategie passende Instrumente aussuchen und diese umsetzen kann. Die Unternehmensgröße und der damit unter Umständen verbundene Umfang der eingesetzten Ressourcen spielt dabei keine Rolle. Mittelständische Unternehmen können grundsätzlich alle neun Instrumente einsetzen.

Kritik

Kritiker bemängeln, dass es sich häufig um punktuelle Einsätze ohne nachhaltige Wirkung ("Tropfen auf dem heißen Stein") oder um Ablenkungsmanöver handele, die von schlechtem Image entlasten sollen ("Augenwischerei", "PR-Effekte") oder dass die gewählten Tätigkeitsfelder besser in staatlicher oder kirchlicher Verantwortung aufgehoben seien "("Langfristigkeit", "Verlässlichkeit"). Vor allem wird der Begriff nicht einheitlich verwendet. Einige verwenden den Begriff im Zusammenhang der Spendenethik, andere nehmen den Begriff wörtlich und fordern Unternehmen auf, als "Guter (Unternehmens-) Bürger" zu fungieren (z.B. Peter Ulrich).Dies beinhaltet auch die aktive Mitwirkung in der Politik, in der Branche, etc.

Literatur

Weblinks

Siehe auch:




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