Co-opetition

Co-opetition ist ein aus den englischen Begriffen cooperation (Kooperation) und competition (Wettbewerb) zusammengesetztes Kunstwort. Das Prinzip des Zusammenspiels von Konkurrenz und Kooperation stammt ursprünglich aus der Spieltheorie, wird aber auch zunehmend im Business gebräuchlicher. Denn reine Konkurrenzsituationen liefern oft nicht die besten Ergebnisse im Management.


Das Konzept der Co-opetition entstammt der Spieltheorie. 1928 hat John von Neumann die so genannten Nicht-Nullsummenspiele mathematisch beschrieben. Beim Spielen neigen wir dazu, in Gewinnern und Verlierern zu denken (Nullsummenspiel). Wenn es jedoch nur ums Gewinnen geht, geraten die eigentlichen Ergebnisse in den Hintergrund. Nicht-Nullsummespiele fördern deshalb die Kooperation bei gleichzeitiger Konkurrenz und bilden damit Prozesse in der Wirtschaft realer ab: Häufig besteht die Möglichkeit zu kooperieren, obwohl wir konkurrieren – egal ob im eigenen Unternehmen oder über Unternehmensgrenzen hinweg.

1950 hat der US-Mathematiker John Forbes Nash Jr. das Lösungskonzept des „Nash-Gleichgewichts“ aufgestellt, das auch für die Nicht-Nullsummensituation geeignet ist. Unter bestimmten Bedingungen entspricht etwa die Situation, dass Konkurrenten gemeinsam einen Vorteil erzielen können, auch ohne eine explizite Absprache im Sinne eines Kartells getroffen zu haben, diesem Gleichgewichtskonzept.

Während sich die Spieltheorie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts noch hauptsächlich um Nullsummenspiele drehte, hat sich das Interesse seit John Nashs Gleichgewichtskonzept bis heute fast ausschließlich auf die "Nicht-Nullsummensituationen" verlagert. Das Management hat dieses Prinzip erst mit dem neuen Begriff Co-opetition für sich entdeckt. Diese Wortschöpfung bürgerte sich ein, nachdem Ray Noorda Anfang der 1990er in einem Interview mit der Zeitschrift Electronic Business Buyer damit die Businessstrategie von Novell beschrieb. Die beiden US-amerikanischen Professoren Adam Brandenburger (Stern Business School) und Barry Nalebuff (Yale School of Business) haben die Grundidee der Co-opetition in ihrer gleichnamigen Monographie auf die Praxis des Geschäftslebens angewandt und zu einem vollständigen System ausgebaut. Die von ihnen entwickelte Methode beschreibt fünf Ansatzpunkte für die Geschäftspraxis, mit deren Hilfe sich Lösungen erzielen lassen, von denen alle Beteiligten mehr profitieren als von bloßer Konkurrenz.


Literatur




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