Versucht man den Prozess der Bedarfsanalyse in unterschiedliche Referenzschritte einzuteilen (vgl. Becker 1999), so ist der erste Schritt einer typischen Bedarfsanalyse die Tätigkeitsanalyse. Bei dieser werden die Aufgaben und Tätigkeiten ermittelt, die von den Mitarbeitern wahrgenommen werden, sowie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die diese erfordern. In der nachfolgenden Anforderungsanalyse wird auf einer mittleren Abstraktionsebene (sog. "Stellenbündelniveau") die Menge der Anforderungen für eine Stelle ermittelt.
Auf Mitarbeiterseite werden im Rahmen der Adressatenanalyse die aktuell vorhandenen Kompetenzen ("Qualifikationsanalyse") und die Entwicklungspotentiale (Potentialanalyse) ermittelt. Daraus kann dann eine Lücke ermittelt werden, für die eine Ursachenanalyse durchgeführt wird. Diese versucht herauszufinden, ob die Lücke durch einen Mangel im Dürfen (Ordination), Mangel im Wollen (Motivation) oder einen Mangel im Können (Qualifikation) begründet ist. Beim Mangel im Können ist noch weiter zu unterscheiden, ob es sich um einen Mangel an Potential, Mangel an Übung oder Mangel an Rückkopplung handelt. Nur ein Mangel im Können, der nicht diesen drei Kategorien zuzuordnen ist, ist ein Bildungsbedarf; ansonsten handelt es sich um einen Förderbedarf.
Becker, Manfred: Aufgaben und Organisation der betrieblichen Weiterbildung – 2. vollständig überarbeitete Auflage, München Wien: Carl Hanser Verlag, 1999
Kunzmann, C.: [url:http://www.christine-kunzmann.de/bildungsbedarf.html|Bildungsbedarfsanalyse], 2005
Kunzmann, C. Schmidt, A: [url:http://www.christine-kunzmann.de/pdf/kunzmann_schmidt_ERP_1-07.pdf|Kompetenzorientierte Personalentwicklung]: Auf dem Wege zum Lernen bei Bedarf. In: ERP Management, Nr. 3/2007, S. 38-41
