Anders als bei ADS werden Menschen nicht mit ADE geboren. Ihre Störung ist laut Hallowell "das Ergebnis des fortwährenden Geschwätzes aus Computern, Telefonen und anderen Geräten, das unsere geistigen Kräfte schwächt". In einem Interview mit CNET News.com nennt das ehemalige Mitglied der Fakultät der Harvard Medical School folgende Symptome der Störung:
- wenn Leute meinen, dass sie nicht mit ihrer vollen Leistungsfähigkeit arbeiten,
- wenn sie wissen, dass sie intelligenter sind als das, was sie hervorbringen,
- wenn sie anfangen, Fragen oberflächlicher und hastiger zu beantworten als früher,
- wenn ihr Vorrat an neuen Ideen sich erschöpft.
- wenn sie länger arbeiten und weniger schlafen, weniger trainieren, weniger Zeit mit Freunden verbringen,
- kurz: wenn Leute mehr Zeit brauchen, um weniger zu leisten.
Wer unter ADE leidet, gönnt sich keine kreativen Pausen mehr, um nachzudenken, zu analysieren und einzuordnen. Betroffene schalten ihre Handys nie aus, lassen sich von einkommenden E-Mails aus laufenden Arbeitsprozessen reißen und nehmen sich kaum Zeit für persönliche Gespräche.
Typische ADE-Kandidaten sind laut Hallowell Ärzte oder Rechtsanwälte. Prinzipiell seien heute jedoch beinahe alle Berufsgruppen gefährdet, darunter vor allem Manager und leitende Angestellte in Großunternehmen. Auch ganze Organisationen könnten unter ADE leiden, wenn sie hektisch auf äußere Einflüsse reagieren, ohne eine einheitliche Strategie zu verfolgen.
Für viele Unternehmen sei ADE eine echte Gefahr. Entgegenwirken könnten sie, indem sie ihren Mitarbeitern Pausen einräumen und sie anregen, Handys und Computer in bestimmten Phasen einfach mal auszuschalten.
