Insbesondere das englische Wort [wiki:Workaholic] wird häufig auch schon für Menschen gebraucht, die sich durch überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz auszeichnen. Das verharmlost ein Phänomen, das für die wirklich Arbeitssüchtigen richtig gefährlich werden kann. Für Erkrankte ist eine möglichst frühe Behandlung sehr wichtig, sonst kann es lebensbedrohlich werden. In Japan gibt es dafür einen eigenen Begriff: [wiki:Karoshi] – Tod durch Überarbeiten. Die häufigste Todesursache ist dabei Herzversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall in Folge von [wiki:Überarbeitung].
Krankheitsverlauf
Besonders gefährdet an Arbeitssucht zu erkranken sind [wiki:Führungskräfte] und [wiki:selbständig Tätige]. Die Krankheit entwickelt sich über vier Stadien:
- Beginn: Die Arbeit nimmt den [wiki:Workaholic] mehr und mehr ein. Auch in seiner Freizeit denkt er an seinen [wiki:Job]. Private Interessen und Pflichten vernachlässigt er zunehmend. Auch der Partner und Kinder kommen oftmals zu kurz.
- Kritische Phase: Der Süchtige beginnt nach Ausflüchten für seinen übertriebenen Arbeitseinsatz zu suchen. Alle privaten Bereiche ordnet er der Arbeit unter.
- Chronische Phase: Der Arbeitssüchtige übernimmt immer mehr Aufgaben, belastet sich mit allem, was es zu tun gibt. In seinem Perfektionismus hält er sich stets für die ideale Person für die Bearbeitung. Das gesamte Privatleben hat keine Bedeutung mehr.
- Endphase: Krankhafte Folgeerscheinungen treten auf. Es kommt zu einem massiven Knick in der [wiki:Leistungsfähigkeit]. Workaholics gehen oft schon Mitte 50 in [wiki:Rente] oder sterben sehr früh.
(Quelle: Wikipedia)
Ursachen der Arbeitsucht
1. psychologische Gründe
Eine Ursache für Arbeitssucht ist übermäßiger Perfektionismus. Dieser kann zu pausenlosem Arbeiten führen und dem Verlust von Prioritäten. Wer selbst unwichtige Aufgaben perfekt erledigen möchte, muss zunehmend in Kauf nehmen, dass Dinge nicht mehr in der regulären [wiki:Arbeitszeit] bewältigt werden können und aufgeschoben werden müssen. So kann ein Teufelskreis entstehen: Viele unerledigte Aufgaben erhöhen den Druck und Ruhephasen werden immer seltener.
Mit Fortschreiten der Krankheit hängt das komplette Selbstvertrauen von der Arbeitsleistung ab. Hier zeigt sich der eigentliche Suchtcharakter: Der Arbeitssüchtige muss ständig die Dosis an Arbeit erhöhen, um sich in gleichem Maße gestärkt zu fühlen. Wenn er diese Arbeitsleistung nicht ständig aufrecht erhalten kann, etwa weil seine Position viel [wiki:Projektarbeit] vorsieht, kann es nach Ende eines Projekts zu starke Gefühlstiefs (Entzugserscheinungen) kommen bis der Erkrankte sich wieder in neue [wiki:Arbeit] stürzen kann.
2. Strukturelle Gründe
Der Druck am [wiki:Arbeitsplatz] überdurchschnittlichen Einsatz zu zeigen hat zugenommen und damit auch die Anzahl der [wiki:Überstunden]. 2008 arbeiteten die Deutschen durchschnittlich 1,6 Stunden länger als noch 2003, so eine Studie der EU-Behörde zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen aus dem Jahr 2009. Demnach verbringen sie mehr Zeit am [wiki:Arbeitplatz] als die Beschäftigten in den meisten anderen Ländern Europas. Mit der Angst, den [wiki:Arbeitsplatz] zu verlieren, nimmt nicht nur die Bereitschaft, [wiki:Überstunden] zu leisten, zu. Personen, mit einer entsprechenden Disposition, sind in dieser Situation am [wiki:Arbeitsmarkt] zunehmend von Arbeitssucht gefährdet.
Literatur
- Stefan Poppelreuter: Arbeitssucht. Psychologie Verlagsunion 2009.
- Michaela Städele: Arbeitssucht und die zwanghafte Persönlichkeitsstörung: Eine theoretische und empirische Auseinandersetzung. Vdm Verlag Dr. Müller 2008.
- Marietta Sophia Dieckmann: Möglichkeiten zur Prävention und Intervention bei Arbeitssucht. Grin Verlag 2007
Weblinks
