Anreiz-Beitrags-Theorie

Die Anreiz-Beitrags-Theorie ist eine Theorie der Arbeitsmotivation. Der Grundgedanke dieser Theorie ist es, ein Gleichgewicht zwischen dem „Anreiz“ (Entlohnung, Prestige) und dem „Beitrag“ (Arbeitsleistung) herzustellen bzw. aufrecht zu erhalten. Nur so kann die Organisation bestehen.

Die Anreiz-Beitrags-Theorie stellt neben dem Human-Relations-Ansatz einen wichtigen Teil der neoklassischen Organisationstheorie dar. Vorangegangene Ansätze (z.B.: Bürokratie-Ansatz, Administrativer-Ansatz, …) werden unter den Begriff klassische Organisationstheorie zusammengefasst. Zeitlich nachfolgende Ansätze (z.B.: Humanressourcen-Ansatz, Stukturalistische Ansätze, …) werden dem modernen Organisationstheoriebegriff zugeordnet.

Wichtigste Vertreter sind Herbert Simon, James March und Chester Barnard.

Kernaussage

Um die obige Einführung in die Thematik genauer zu präzisieren, werden nun folgende zentrale Aussagen der Anreiz-Beitrags-Theorie dargestellt (Simon 1976, March/Simon 1958, Simon 1957, Barnard 1938):

Interpretation und Weiterführung der Kernaussage

Damit lässt sich ableiten, dass die Überlebensfähigkeit von Organisationen davon abhängt, ob die Balance zwischen Befriedigung und Belastung hergestellt werden kann. Die Befriedigung der Teilnehmenden wird durch die subjektiven Motive und Bedürfnisse der einzelnen Individuen beeinflusst. Hinzu kommt, wie verschiedene mögliche Alternativen zur Befriedigung bewertet werden. Da Motive, Bedürfnisse und Alternativen ständigen Änderungen unterworfen sind, müssen die zur Verfügung gestellten Anreize stets angepasst werden. Somit muss sich ein Unternehmen, um überleben zu können, ständig den neuen Gegebenheiten anpassen. (Simon 1957)

Wie bereits dargestellt, stehen Anreize im Zusammenhang mit Bedürfnissen der einzelnen Individuen. Um Anreize zu schaffen, stehen nach klassischer Sichtweise vor allem materielle Bedürfnisse im Vordergrund. Nach der neoklassischen Sichtweise sind aber, laut Barnard auch immaterielle Bedürfnisse von Bedeutung. Bernard, Simon und March (Barnard /Simon 1976, March/Simon 1958) zählen einige immaterielle Bedürfnisse auf und weisen dabei aber darauf hin, dass es sich hierbei eher um mögliche Quellen für Anreize handelt, die nicht allgemein auf jede Organisation umzulegen sind, sondern auf die jeweilige Situation Rücksicht genommen werden muss. Als Beispiel für eine Quelle nicht-materieller Beziehungen können soziale Beziehungen angeführt werden. Dabei sei auf den ersten Absatz verwiesen, der bereits den sogenannten „Human-Relations-Ansatz“ als eine beeinflussende Thematik der Anreiz-Beitrags-Theorie darstellt. (Barnard 1938)

Wie bereits erwähnt, spielen nicht nur materielle und nicht-materielle „Vergütungen“ im Entscheidungsprozess eines Individiums eine Rolle, auch die bereits erwähnten wahrgenommenen Alternativen sind entscheidend. Dieses Phänomen wurde von Simon und March auf Basis zeitgenössischer empirischer Forschung analysiert. (March/Simon 1958)

Bernard widmete sich im Weiteren auch der subjektiven Perspektive der Teilnehmenden. Er richtete dabei seine Aufmerksamkeit auf den Versuch, Bedürfnisse und Nutzenfunktionen von Individuen so zu beeinflussen, dass diese die angebotenen Vergütungen als ausreichende Anreize wahrnehmen.

Kritik

Kritiker der Anreiz-Beitrags-Theorie beschreiben folgende Argumente als Schwachstellen der Theorie:

Literatur




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