Action Learning (auch aktionsbasiertes Lernen) ist eine Methode des Erfahrungslernens ("Learning by Doing"). Sie geht auf den 1907 geborenen britischen Kernphysiker [wiki:Reginald Revans] zurück. In einem Action-Learning-Programm arbeitet ein Team an einem konkreten, für ein Unternehmen relevanten Projekt und reflektiert gleichzeitig den Lernprozess. Action Learning ist geprägt von der Überzeugung, dass man am besten anhand einer konkreten Herausforderung lernt. Dadurch entsteht ein doppelter Nutzen - für das Unternehmen und für die Mitarbeiter: [wiki:Organisationsentwicklung] und persönliche Weiterentwicklung.
Die Entstehung von Action Learning
Schlüsselerlebnis war für Revans der Untergang der Titanic. Revans Vater gehörte zu der Kommission, die aufklären sollte, warum ein Schiff, das von den besten Ingenieuren Englands gebaut wurde und als unsinkbar galt, auf der Jungfernfahrt unterging. Das Ergebnis der Kommission war erstaunlich: viele Ingenieure gaben an, Zweifel an der Konstruktion gehabt zu haben. Da aber die zuständigen Stellen dies anders sahen, glaubten sie schließlich selbst an die Unsinkbarkeit der Titanic. Das Phänomen, dass einzelne sich der Gruppenmeinung anpassen und die Gruppe so verhängnisvolle Entscheidungen trifft, wird auch als Gruppendenken (groupthink) bezeichnet. Dem will Action Learning entgegenwirken. Beim Action Learning arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Bereichen in einem zusammen und stellen, unterstützt durch einen Moderator, kritische Fragen aus ihren jeweiligen Bereichen.
Akteure in einem Action-Learning-Programm
- Man braucht ein Team, welches den Willen hat, Neues zu lernen, d.h. sowohl im eigenen Verhalten als Führungspersönlichkeit und Team-Mitglied effektiver zu werden als auch das Umfeld besser zu verstehen und persönliche Möglichkeiten auf es einzuwirken zu entdecken.
- Der [wiki:Moderator] unterstützt das Team bei der Reflexion und Auswertung der Erfahrungen, die im Projekt gemacht wurden.
- Der Auftraggeber ist an der Lösung der Aufgabe unmittelbar interessiert. Das Team schließt mit dem Auftraggeber eine Projektvereinbarung, die alle wichtigen Punkte erhält, welches Ergebnis erzielt werden soll, auf welche Weise und mit welchen Ressourcen dies geschehen wird und wer wofür verantwortlich ist.
Lernen im Action Learning
Zum "Schullernen", das auf Vorrat Theoriewissen ansammelt, kommt im Action Learning wesentlich Praxislernen dazu, bei dem es darum geht, eine neuartige Situation zu erforschen - und sich dann gegebenenfalls nötiges Theoriewissen anzueignen.Revans stellt folgende Lerngleichung auf: L = P + QLernen (L = Learning) erfordert nach Revans Expertenwissen (P = Programmed Knowledge) und Fragenstellen (Q = Questioning Insight). Wesentlich ist das Stellen von kritischen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven.
Wesentliche Merkmale eines Action-Learning-Programms
- Learning by doing
- alle Beteiligten verstehen sich als Lernende, die nicht über absolute Wahrheiten verfügen und daher eine offene Haltung einnehmen
- Verbindung von Expertenwissen und explorativem Erkunden von Neuland, wobei tendenziell der explorative Anteil steuert, welches Expertenwissen benötigt wird
- Das Action-Learning-Team als Medium für Reflexion, Erproben neuer Lösungen und [wiki:Persönliche Entwicklung]
- Die Simultanität von Problemlösen und Lernen bzw. von persönlicher und organisationaler Entwicklung
Literatur
- Donnenberg, O. (Hrsg.) (1999). Action Learning: Ein Handbuch. Stuttgart: Klett-Kotta.
- Hauser, B. (2006). Action Learning im Management Development. Mering: Hampp.
- Revans, R. (1998). ABC of action learning: Empowering managers to act und to learn from action. London: Lemos & Crane.
Weblink
- [url:http://www.ifal.org.uk/ifalhomesi5.html|The International Foundation for Action Learning]
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